Aufrüstung

Ukraines Treibstoffwerk: Spatenstich und ein Stinkefinger

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Bürgermeister Mads Skau (Venstre), Wirtschaftsminister Morten Bødskov (Soz.) und Fire-Point-Direktor Vyacheslav Bondarchuk am Montagnachmittag beim symbolischen Baustart in Skrydstrup (v. l.)

Auf dem Fabrikgelände am Tingvejen griffen Minister und Haderslebens Bürgermeister zur Schaufel, draußen hielten Demonstrierende ihre Schilder hoch: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich für das ukrainische Rüstungsprojekt bei Woyens beginnt der Bau – begleitet von großen Versprechen und leisem Protest.

Am vergangenen Montagnachmittag war es so weit: Am Tingvejen 2 zwischen Woyens und Skrydstrup setzten Wirtschaftsminister Morten Bødskov (Soz.), Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen, Bürgermeister Mads Skau (beide Venstre) und Fire-Point-Direktor Vyacheslav Bondarchuk den symbolischen Spatenstich.

Der Bau der ukrainischen Raketentreibstofffabrik beginnt – mit politischer Rückendeckung und der Zusicherung neuer Arbeitsplätze in Nordschleswig. Wirtschaftsminister Bødskov spricht von einem „neuen Kapitel“ der Ukraine-Hilfe. Verteidigungsminister Poulsen betont die strategische Bedeutung des Werks – für die Ukraine und für Dänemark: „Indem wir die Schlagkraft der Ukraine stärken, sichern wir Frieden und Freiheit in Dänemark.“

Der Protest verlief ruhig. Das Projekt bleibt umstritten. Neben Arbeitsplätzen und militärischer Logik geht es für die Menschen um Fragen von Transparenz, Sicherheit und politischem Tempo.

Protest vor dem Tor

Klare Ansage der Haderslebener Einheitsliste. Der Protest verlief ruhig, das Projekt bleibt vor Ort umstritten.

Nicht alle stehen hinter dem Projekt. Aktivistinnen und Aktivisten der Haderslebener Einheitsliste haben am Montag vor dem Gelände demonstriert – ohne Zugang zur Veranstaltung. „Wir mussten draußen protestieren“, sagt Mathias Christiansen. „Einige Passantinnen und Passanten zeigten uns den Daumen hoch – einer allerdings auch den Stinkefinger.

Mathias Christiansen von der Einheitsliste in Hadersleben nahm sich am Montagnachmittag die Zeit, vor dem Gelände seinem stillen Protest Ausdruck zu verleihen.