Krieg in der Ukraine

Nachrichtendienst hält russische Sabotage für „wahrscheinlich“

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Anja Dalgaard Andersen von FE sieht Ziele in Relation zur Unterstützung der Ukraine als besonders bedroht.

Die Bedrohung Dänemarks ist die ernsteste seit Jahren, lautet die Einschätzung des militärischen Nachrichtendienstes FE. Er hat dabei vor allem Russland und China im Blick.

Ein Sabotageangriff Russlands auf Dänemark, die Gefahr, dass das geschieht, schätzt der militärische Nachrichtendienst FE als „wahrscheinlich“ ein. FE beziffert das Risiko in seinem jährlichen Bericht zur Bedrohung von außen mit zwischen 60 und 90 Prozent.

Der Geheimdienst sieht in dem Bericht mit dem Titel „Udsyn“ die Gefahrenlage als die ernsteste seit Jahren. Laut der Nachrichtenchefin von FE, Anja Dalgaard Nielsen, ist der Unterschied zum Vorjahr, dass Russlands Risikobereitschaft größer geworden ist.

„Russland möchte die Unterstützung für die Ukraine stoppen und meint, das Recht zu haben, die gesamte postsowjetische Region zu dominieren“, so Dalgaard Nielsen.

FE sieht sowohl eine Bedrohung durch physische Sabotageaktionen als auch durch Cyberattacken. Vor allem Ziele in Relation zur Unterstützung der Ukraine seien bedroht.

Spannungen in Ostsee und Arktis

Der Nachrichtendienst sieht keine unmittelbare Gefahr eines militärischen Angriffs auf Dänemark. Russland verhält sich jedoch bedrohlich gegenüber Kriegsschiffen und Flugzeugen aus Dänemark und den übrigen Nato-Staaten.

„Das führt zu einem erhöhten Risiko von Missverständnissen und Konfrontationen in der Ostsee und der Arktis“, heißt es in dem Bericht.

Auch eine laufend engere Zusammenarbeit zwischen Russland und China bereitet dem Geheimdienst Sorgen. Beide Staaten haben das Ziel, den globalen Einfluss des Westens zu begrenzen.

Laut Dalgaard Nielsen wäre es verkehrt, aufgrund der düsteren Prognose in Angst zu verfallen. Es sei jedoch wichtig, die Lage realistisch einzuschätzen: russische Aufrüstung würde eine steigende Bedrohung der Nato ausmachen.

„Daher werden unsere Partnerschaften und Allianzen entscheidend. Russland ist nicht an einem Krieg gegen eine starke und geeinte Nato interessiert“, sagt sie.