Wirtschaft

Tondern zieht positives Weihnachtsmarkt-Fazit

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Der Weihnachtsmarkt wurde 2025 auf den Kirchplatz verlegt.

Nach dem Abbau der Lichter ziehen die Verantwortlichen in der Innenstadt eine Bilanz: volle Straßen, starke Umsätze im Einzelhandel und viele Gäste aus Norddeutschland. Warum das neue Konzept rund um Kirchplatz und „Julebyen Tønder“ offenbar genau den Nerv traf.

Der Lichterglanz ist verschwunden, die letzten Tannenzweige sind von den Fassaden abmontiert. In der Innenstadt von Tondern ist der Alltag zurückgekehrt. Zeit also für ein Resümee der Weihnachtssaison – und das fällt aus Sicht des Einzelhandels ausgesprochen positiv aus.

„Die Investition hat sich gelohnt“, sagt Frank Hoffmann ohne zu zögern. Der Vorsitzende des Tonderner Einzelhandelsvereins ist telefonisch zu erreichen, als er sich gerade auf dem Heimweg von einem Treffen des süddänischen Einzelhandelsverbands befindet. Die Rückmeldungen dort seien eher ernüchternd gewesen. „Dem Einzelhandel geht es gar nicht gut“, stellt Hoffmann fest. Umso mehr hebt sich Tondern derzeit vom allgemeinen Trend ab.

Hochbetrieb in der Stadt

Noch nie seien so viele Menschen zum Weihnachtsmarkt in die Stadt gekommen wie im Jahr 2025, berichtet Hoffmann. In den Wochen vor Weihnachten habe auch in der Fußgängerzone reger Betrieb geherrscht. „Das hat sich direkt beim Umsatz in den Geschäften unserer Mitglieder bemerkbar gemacht. Alle melden ein gutes Weihnachtsgeschäft.“ Der Index für die Vorweihnachtszeit habe zwischen 120 und 130 gelegen – und das, obwohl der Dezember ohnehin traditionell ein sehr starker Monat sei.

Ein entscheidender Faktor war aus Sicht des Einzelhandelsvorsitzenden die gezielte Vermarktung. „Wir haben Geld in Werbung gesteckt – und das hat sich ausgezahlt“, sagt Hoffmann. Viele Gäste seien aus Norddeutschland angereist. Zugleich habe auch die lokale Kundschaft das neue Konzept von „Julebyen Tønder“ sehr gut angenommen. Besonders erfreulich sei, dass viele Besucherinnen und Besucher nicht nur einmal gekommen seien. „Offenbar hat es ihnen so gut gefallen, dass sie ein zweites oder drittes Mal wiedergekommen sind. Und auch jetzt im neuen Jahr merken wir noch, dass die Leute die Stadt als gemütlich wahrnehmen.“

Kirchplatz hat sich als Standort bewährt

Tonderns Weihnachtsmann war in der Adventszeit in der Innenstadt unterwegs.

Dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr auf dem Kirchplatz stattfand, habe sich als goldrichtige Entscheidung erwiesen. „Ich bin dem Kirchengemeinderat sehr dankbar, dass er uns das ermöglicht hat“, betont Hoffmann. Der Markt sei zwar überschaubar gewesen, habe aber genau deshalb als „hyggelig“ und „authentisch“ gegolten. Ein Wunsch der Gäste zeichne sich allerdings bereits ab: „Es wurden mehr Essensstände nachgefragt. Da müssen wir schauen, wie wir das im nächsten Jahr lösen können.“

Viel Aufmerksamkeit erhielt auch die neue Gestaltung der Weihnachtsbeleuchtung. Alles sei bis ins Detail durchdacht gewesen – „bis in die letzte LED-Birne“, wie Hoffmann schmunzelnd erzählt. In der gesamten Innenstadt kam derselbe Birnentyp zum Einsatz, sodass Markt, Fußgängerzone, Amtsgebäude am Jomfrustien und Hostrups Hotel in der Søndergade in einheitlicher Lichtstärke erstrahlten. „Nur eine einzige Hütte hatte sich für eine andere Lichtquelle entschieden. Das fiel tatsächlich auf“, sagt er schmunzelnd.

Detailhandel bleibt Publikumsmagnet erhalten

Ein besonderer Publikumsmagnet war der große, beleuchtete Sessel auf einer kleinen Bühne. Kaum eine Familie habe sich die Gelegenheit für ein kostenloses Erinnerungsfoto entgehen lassen, erzählt Hoffmann. Auch Jugendliche und Erwachsene hätten Platz genommen, viele Bilder seien anschließend in den sozialen Medien gelandet. Wer Glück hatte, konnte sich sogar gemeinsam mit Tonderns Weihnachtsmann fotografieren lassen.

Gerade darin sieht Hoffmann aber auch noch ungenutztes Potenzial. „Eigentlich wollten wir Leuchtreklamen an allen Ortseinfahrten anbringen, mit dem Schriftzug ,Julebyen Tønder‘“, sagt er. Dafür habe das Budget aber nicht gereicht. „So etwas Ähnliches könnten wir uns künftig vielleicht auch direkt am Weihnachtsstuhl vorstellen.“

Der Weihnachtsstuhl war bei Alt und Jung begehrt.

Apropos Weihnachtsstuhl: Der war in dieser Saison zunächst nur gemietet worden. Nach dem Markt legte das vermietende Unternehmen dem Einzelhandelsverein jedoch ein Angebot vor, bei dem die Miete auf den Kaufpreis angerechnet wurde. „Uns fehlten noch 15.000 Kronen“, berichtet Hoffmann. Die Sparkasse Bredebro und die Kreditbank sprangen ein. „Nun gehört uns der Stuhl“, freut er sich.

Dank an die freiwilligen Helferinnen und Helfer

Dass ein solches Projekt überhaupt gestemmt werden konnte, sei dem Einsatz vieler Freiwilliger zu verdanken. Die Mitglieder des Einzelhandelsvereins hätten kräftig mit angepackt, ebenso die sogenannten Pioniere des Tønder Festivals. „Vor, während und nach dem Weihnachtsmarkt waren viele helfende Hände im Einsatz“, sagt Hoffmann. Ein besonderer Dank gelte dem Weihnachtsausschuss, der meist im Hintergrund arbeite. „Es ist eigentlich an der Zeit, dass diese Arbeit auch öffentlich gewürdigt wird.“

Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt – auch in Tondern. Das neue Konzept habe bei Jung und Alt überzeugt, resümiert Hoffmann. Und während der letzte Weihnachtsschmuck nun verschwunden ist, dürften die Planungen für die nächste Saison bereits begonnen haben.

Der Weihnachtsausschuss:

Gerhard Scheelke
Stephanie Wendicke
Tjorven Daus-Schmidt
Pernille Chris Nielsen
Jackie Jørgensen
Frank Clausen
Tina Sylvester 
Lotte Lützen
Sandie Jørgensen
Knud Erich Jensen
Kirsti Thygesen

Kräftigst unterstützt wurde der Ausschuss von der „Pionier“-Truppe des Tønder Festivals.