Hadersleben

Leth Schmidt sieht weiteren Nachholbedarf bei Wohnmobiltourismus

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Carsten Leth Schmidt wünscht sich mehr Wohnmobil-Parkplätze in Hadersleben, um für Gäste attraktiver zu werden (Symbolfoto).

Weil der Süden Europas immer heißer wird, wird Dänemark für Wohnmobilisten laut Brancheninstitutionen beliebter. Die Stadt Hadersleben sollte auf den Trend reagieren, denkt Carsten Leth Schmidt, Vorsitzender des Technik- und Klimaausschusses, der über die Parkmöglichkeiten entscheidet.

Nachdem die Kommune Hadersleben im vergangenen Jahr angekündigt hatte, noch in der laufenden Saison 2024 einige Parkplätze für Wohnmobile zu reservieren, kam das Thema Wohnmobile nun wieder im Ausschuss für Technik und Klima auf den Tisch – obwohl es per se in den Ausschuss für Wachstum und Entwicklung gehört, wo der Tourismus erörtert wird. Geht es ums Parken, ist dann aber wieder der Technik- und Klimaausschuss zuständig.

Letzterer Ausschuss traf Ende Oktober Mitglieder der beiden Vereine Danmarks Frie Autocampere (DFAC) sowie Autocamperrådet, zwei Interessenorganisationen von Wohnmobilisten, um über die Entwicklung des Wohnmobiltourismus in der Kommune Hadersleben zu sprechen. 

Dänemark bei Wohnmobilisten beliebt

Den Organisationen nach gab es im Sommer dieses Jahres ein deutliches Wachstum im Wohnmobiltourismus in Dänemark, was nicht auf gesteigerte Verkaufszahlen zurückzuführen sei, sondern auf die Beliebtheit des Urlaubsziels Dänemark. Die Wohnmobilorganisationen führen dies auf die hohen Temperaturen im Süden Europas zurück, sodass der Norden attraktiver wird. Südlich der Grenze sei es zudem billiger, ein Wohnmobil zu kaufen. 

Erstaunliche 70 Tage reist ein typischer Wohnmobilist bzw. eine typische Wohnmobilistin pro Jahr mit dem Auto, um ein oder mehrere Nächte an einem Ort zu verbringen, so die Brancheninstitutionen. Die Vereine unterstreichen, dass Wohnmobilisten ihrer Ansicht nach im Verhältnis mehr Geld ausgeben als andere Touristinnen und Touristen, da sie Geld für Unterkunft sparen und so mehr Geld in Geschäften und Restaurants landet.

Die Interessenorganisationen wünschen sich unter anderem in Hadersleben mehr große Parkplätze vor Geschäften, mehr Möglichkeiten, Wasser zu tanken und Abfall loszuwerden, mehr schöne und ruhige Parkplätze und die Freigabe von Schulparkplätzen im Sommer.

Leth Schmidt sieht Nachholbedarf

Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei), amtierender Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Klima, sieht im Autocamper-Tourismus eine Chance für Hadersleben. Er verweist auf die Kaufkraft dieser Gäste und wünscht sich auch in Zusammenarbeit mit privaten Akteuren einen Ausbau an Parkmöglichkeiten in Stadtnähe. „Im Vergleich zu anderen Kommunen haben wir Nachholbedarf, was größere, für Wohnmobile geeignete, Parkplätze angeht“, so Leth Schmidt. 

Gleichzeitig müssten auch mehr kostengünstige Ver- und Entsorgungsstationen für die Wohnmobilisten geschaffen werden, damit sich Ereignisse wie in Flauth (Flovt) nicht wiederholten. Seinen Worten nach war dort am Strand die öffentliche Toilette nicht mehr nutzbar, nachdem dort unsachgemäß Abfälle entsorgt worden waren – mutmaßlich von Wohnmobilisten.

Derzeit gibt es in der Kommune Hadersleben vier öffentliche Wohnmobilplätze – einen in Hejsagger (Hejsager) mit sieben Stellplätzen und drei in Hadersleben selbst, mit insgesamt ebenfalls sieben Stellplätzen – am Klostervænget, Filosofgangen und Kulkajen.