Tønder Festival

Auf der Suche nach Hygge: Die schönsten Oasen beim Festival

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Ein kleines Waldstück auf dem Tønder Festival bietet einen Ort mit entspannter Atmosphäre für Groß und Klein – geht es hyggeliger?

Zwischen Musik und Party: 12.000 Menschen kommen vor allem wegen der Musik zum Tønder Festival. Doch zwischendurch sind die Pausen genauso wichtig – wo das am besten geht, hat „Der Nordschleswiger" untersucht.

Weit über 100 Konzerte, Party und Trubel: Die meisten der rund 12.000 Besucherinnen und Besucher kommen zum Tønder Festival wegen der Musik. Doch zwischendurch braucht der Mensch an den vier Festivaltagen auch Erholungspausen.

„Der Nordschleswiger“ hat die schönsten Oasen und Rückzugsorte ausfindig gemacht: vom Strandfeeling bis zum eigenen Festival-Wald.

Strandleben mitten auf dem Festival

Im Wattenmeer-Gebiet kommt echte Strand-Stimmung auf – authentisch mit Fisch-Geruch.

Das „Wattenmeer“ ist seit vielen Jahren eines von vielen Rückzugsorten auf dem Festivalplatz. Hunderte von Tonnen Sand sorgen für echtes Strandfeeling – hier kann man schon mal die Schuhe ausziehen und die Zehen in den Sand bohren.

Kinder graben im feinen Sand, während Eltern sich zurücklehnen können. Hier sieht es aber nicht nur nach Strand und Meer aus – es riecht auch nach frischem Fisch. Der Fish&Chips-Stand ist gleich nebenan, und natürlich gibt es hier Kaffee und Eis.

Gleich nebenan ist auch das Klubzelt, in dem Konzerte stattfinden – so gibt es auch schöne Musik im Hintergrund.

Der Nationalpark Wattenmeer präsentiert sich auch für die Wissbegierigen, und im Laufe der Tage werden auf dem Gelände sogar Schafe geschoren. Eigentlich fehlen nur die Strandkörbe – doch auch ohne ist dies ein perfekter Rückzugsort.

Ab vom Schuss in der Westernstadt

Ein Paar aus Seeland gönnt sich eine Pause in der Westernstadt Outlaw-Village.

Das Outlaw-Village ist eine nachgebaute Westernstadt mit Saloons, Buden und gemütlichen Sitzecken. Hier ist man im wahrsten Sinne des Wortes ab vom Schuss – und das nur wenige Schritte von der Hauptader auf dem Platz. Passend dazu gibt es Steaks im Angebot – oder einfach eine gute Tasse Kaffee und Kuchen.

Im Outlaw-Village befindet sich das Bolero – eine kleine Konzertstätte mit Platz für wenige Hundert Leute. Die Musik drängt aber nach außen und kann bei der Erholung genossen werden.

Ursprung des Festivals: Little Dublin

Garantiert: Jam-Sessions und Soleier im urigen Pub Little Dublin.

Es ist so etwas wie ein Wahrzeichen des Festivals: Little Dublin – das gelbe Haus mitten auf dem Festivalgelände. Hier machten einst die Helferinnen und Helfer ihre Pausen – im Winter dient das Haus als Lager.

Zwei Dinge sind hier garantiert: In irgendeiner Ecke ertönt immer eine Jam-Session zwischen Musikern, und an der Bar werden Soleier (Solæg) serviert.

3.200 werden über den Tresen gereicht (insgesamt über 10.000 Soleier auf dem gesamten Festivalgelände) – hier verschmelzen nordschleswigsche Kultur und die Kultur der Folkmusik. Eines fehlt allerdings aus den Anfangsjahren des urigen Pubs: Die Bilder der Fotografen Helmuth Christensen und Hans Chr. Gabelgaard waren eine Augenweide und erinnerten an den Ursprung des Festivals.

Festival mit eigenem Wald

Auf dem Weg in die ruhige Wald-Oase können Kinder sich an einem Klavier austoben.

Seit 2024 hat das Tønder Festival einen eigenen Wald, der nur ein paar Schritte vom Trubel entfernt ist – und mit ihm eine Oase der Ruhe und Gemütlichkeit bietet: der hyggelige Nyholm-Wald (Nyholm Skov).

Ein mit Rindenmulch ausgelegter Pfad führt an Bäumen vorbei, sanft beleuchtet von LED-Streifen, die auch abends für eine warme, einladende Atmosphäre sorgen. Hier gibt es auch kunstvolle Details zu entdecken, wie von den Bäumen hängende Mikrofone, die abends als kleine Lichter dienen oder ein Klavier, das bespielt werden kann.

Die Luft im Wald ist klar und frisch. Warme Sonnenstrahlen dringen durch die Baumkronen, während im Hintergrund die Livemusik von der Hauptbühne zu hören ist.

Hier trifft sich alles: junge Familien mit Kinderwagen, entspannte Festivalfreunde, ältere Besucher mit Weste und Charme – alle finden ihren Platz. Ob auf einer abgelegenen Bank im Schatten oder an einem der rustikalen Holztische nahe der kleinen Hütten, an denen kühles Bier, Hotdogs und andere Leckereien serviert werden – der Nyholm-Wald lädt zum Verweilen ein.

Unterirdische Weinbar am Museum

Die heimliche Bar scheint so gut versteckt zu sein, dass sie zu Festivalbeginn noch niemand der Gäste gefunden hat.

„Den Hemmelige“ – die heimliche Bar ist eine Weinbar in einem Keller am Museum. Das Gemäuer strahlt etwas Mystisches aus, geprägt von mittelalterlichem Charakter. Dutzende Lichterketten sorgen für eine sanfte, entspannte Atmosphäre. Neben Sitzbänken und Tischen dient ein altes Holzfass als Stehtisch und unterstreicht die Liebe zum Detail. Mit Platz für rund 20 Personen bleibt der Weinkeller überschaubar und bietet eine ruhige Alternative zum Festivaltrubel.

Das dicke Kellergewölbe hält die Hitze draußen, was den Weinkeller an heißen Tagen zu einem idealen Zufluchtsort werden lässt – während bei einem Glas Wein Gespräche in entspannter Atmosphäre entstehen können.

Das Tønder Festival hat eine eigene Atmosphäre-Gruppe, die auf dem ganzen Platz für Stimmung sorgt. Und um die Ideen umzusetzen, bauen und basteln freiwillige Helferinnen und Helfer das ganze Jahr über an Sitzgelegenheiten, Ruheorten und kleinen Aha-Erlebnissen.