Lokale Wirtschaft

Wegen Internetshopping: Spielzeuggeschäft schließt

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Das Spielzeuggeschäft in der Apenrader Einkaufsstraße schließt Ende Februar.

Ein weiteres Geschäft verschwindet aus der Apenrader Fußgängerzone: Der Spielwarenladen „Legekæden“ schließt Ende Februar. Die Inhaberin spricht über Online-Konkurrenz, sinkende Umsätze – und darüber, warum das Problem weit über ihren Laden hinausgeht.

Das Spielwarengeschäft „Legekæden“ verschwindet aus der Fußgängerzone von Apenrade. Vor zwei Jahren hatte Inhaberin Kirsti Snitker den Laden übernommen. Jetzt zieht sie einen Schlussstrich: Ende Februar schließt das Geschäft, ein Räumungsverkauf läuft bereits. 

„Es ist schade, aber so ist es“, sagt Kirsti Snitker gegenüber „JydskeVestkysten“. Sie habe versucht, den Laden am Leben zu halten. Doch am Ende seien die Ausgaben höher gewesen als die Einnahmen. „Es wird immer schwieriger, ein lokales Geschäft zu betreiben.“

Als Hauptgrund nennt sie das veränderte Einkaufsverhalten. Viele Kundinnen und Kunden kämen zwar weiterhin in den Laden, kauften aber weniger. „Viele schauen sich die Waren hier an und bestellen sie dann im Internet“, sagt Snitker. Die Hoffnung, dass sich die Lage mit dem Weihnachtsgeschäft verbessern würde, habe sich nicht erfüllt.

Mit der Schließung verlieren vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Der Mietvertrag endet am 28. Februar. Wie es für sie persönlich weitergeht, sei noch offen.

Ein strukturelles Problem – nicht nur in Apenrade

Der Fall „Legekæden“ steht beispielhaft für eine Entwicklung, die viele Innenstädte betrifft – auch in Nordschleswig. Der Onlinehandel wächst seit Jahren, während klassische Fachgeschäfte unter steigenden Kosten, sinkenden Gewinnen und veränderten Kundengewohnheiten leiden.

Doch die Entwicklung gilt nicht als alternativlos. In vielen Städten werden derzeit neue Wege erprobt, um den lokalen Einzelhandel zu stärken.

Was Geschäften vor Ort helfen kann

Ein Ansatz ist, sich stärker als Treffpunkt und Erlebnisort zu positionieren. Läden, die auf persönliche Beratung, Veranstaltungen oder Mitmachangebote setzen, schaffen etwas, das Onlinehandel nicht leisten kann. Gerade im Spielwarenbereich gehören dazu etwa Spieletage, Bastelangebote oder Wunschlisten für Kinder.

Zudem setzen immer mehr Geschäfte auf eine Verbindung von online und lokal: Produkte können im Internet reserviert und im Laden abgeholt werden. Auch gemeinsame lokale Onlineplattformen mehrerer Händler gelten als Möglichkeit, sichtbar zu bleiben, ohne allein gegen große Anbieter antreten zu müssen.

Ein weiterer Schlüssel liegt in der Zusammenarbeit. Einheitliche Öffnungszeiten, gemeinsame Aktionen oder Themenwochen stärken nicht nur einzelne Geschäfte, sondern die Innenstadt als Ganzes. Auch Kooperationen mit Schulen, Kitas oder Vereinen können neue Kundengruppen erschließen.

In Skanderborg haben sich beispielsweise viele kleine Geschäfte zu einer gemeinsamen Plattform zusammengeschlossen – mit abgestimmten Öffnungszeiten, gemeinsamer Werbung und einer lokalen Online-Übersicht. Kunden sehen dort, was es vor Ort gibt – kaufen aber im Laden.

Rolle von Kommune und Vermietern

Viele Händler verweisen zudem auf die Bedeutung der Rahmenbedingungen. Flexible Mieten, Zwischennutzung leerstehender Läden oder kommunale Förderprogramme für Digitalisierung und Veranstaltungen gelten als wichtige Stellschrauben. Ohne solche Unterstützung wird es für kleinere Geschäfte zunehmend schwer, sich zu halten.

Lösungen gibt es in Apenrade: Das kommunale Wirtschaftsförderer „Business Aabenraa“ unterstützt die Geschäftsleute in der Kommune mit direkter Hilfe – unter anderem beim Online-Auftritt. Auch die Zusammenarbeit der Geschäftsleute besteht in der Stadt. Der Handelsverband „Shop i City Aabenraa“ setzt schon auf gemeinsames Handeln mit Musik- und Einkaufsaktionen in der Einkaufsstraße. 

Letztlich sind es jedoch die Käuferinnen und Käufer, die über die Zukunft des lokalen Handels entscheiden.

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