Grenzüberschreitendes

Tim Nissen bringt Dänisch an die Flensburger Hohlwegschule

Veröffentlicht Geändert
„Hvad hedder du?“: Dänisch-Lehrerin Kristin Schabla in der Hohlwegschule beim Unterricht in der ersten und zweiten Klasse mit den Kindern (von links) Arwen, Lukas und Leonie.

Nach seinem Weggang als Schulleiter der Deutschen Schule in Tingleff hat Tim Nissen in Flensburg an der Hohlwegschule eine neue Herausforderung angenommen – und war überrascht, dass es hier bisher an keiner deutschen Grundschule Dänischunterricht gab. Das packt er nun gemeinsam mit einer Kollegin an.

„Fire, fem, seks, syv“ – die Zahlen bis sieben sind kein Problem. Die Farben auch nicht. Die „Forscherinnen“ und die „Experten“, also die Erst- und Zweitklässlerinnen und -klässler in der gemeinsamen Eingangsstufe lernen an der Hohlwegschule jetzt Dänisch. Die dritten und vierten Klassen kommen auch an die Reihe. Jedes Kind auf der Grundschule an der Glücksburger Straße in Flensburg (Flensborg) erhält in diesem Schuljahr mehrere Wochen am Stück Dänischunterricht.

Im Kreisgebiet und in Nordfriesland gibt es schon seit längerer Zeit Grundschulen, die als „Modellschule Dänisch“ ein solches Angebot haben. In Flensburg gab es das – abgesehen natürlich von den Schulen des dänischen Systems – bisher nicht. Sehr zum Erstaunen von Tim Nissen, der vor einem Jahr die Schulleitung an der Hohlwegschule übernommen hat. Er war zuvor in Dänemark an der Deutschen Schule in Tingleff (DST) tätig.

Sprechen und Verstehen spielerisch lernen

Nicht nur er selbst ist Dänischlehrer, sondern es gibt mit Kristin Schabla eine weitere Kollegin, die den Kindern die Sprache vermitteln kann. Eine dritte Lehrerin kommt im nächsten Schuljahr aus einem Sabbatjahr zurück.

„Dänisch als weitere Sprache zu erlernen, eröffnet viele Perspektiven – sowohl regional als auch international“, betont Nissen. Dank des Status als Modellschule hat der Schulleiter nun verteilt auf alle Klassen wöchentlich vier Unterrichtsstunden Dänisch zur Verfügung. Bald sollen daraus acht Stunden werden. In der ersten und zweiten Klasse lernen die Schüler spielerisch das Sprechen und Verstehen. Ab der dritten Klasse kommt dann auch das Lesen und Schreiben hinzu.

Ziel ist das Sprachniveau A1 nach der 4. Klasse

Tim Nissen war mehrere Jahre Schulleiter an der DST.

„Unser Ziel ist, dass alle Kinder, wenn sie hier nach der vierten Klasse rausgehen, das Sprachniveau A1 haben“, sagt Nissen, „dass sie sich also auf Dänisch einen Hotdog bestellen können, sagen können, wie sie heißen, und wo sie wohnen.“ Wer noch mehr lernen will, kann auf freiwilliger Basis an der Dänisch-AG teilnehmen.

Das begrenzte Schulbudget gibt kein Geld für die Unterrichtsmaterialien her, die für die Dänisch-Stunden benötigt werden. Diese Lücke schließt jetzt der A.P.-Möller-Fonds, der immer wieder dänische Projekte im Grenzland finanziert. Die Hohlwegschule hat aus Kopenhagen 20.000 Kronen (2.670 Euro) bekommen.

Nissen sagte dem „Nordschleswiger“ im Januar, er habe den Drang nach Veränderung und neuen Herausforderungen verspürt, weshalb er nach sieben Jahren an der Tingleffer Schule andere Wege gehen wolle. Nissen fing 2018 als stellvertretender Schulleiter an und wurde Ende 2021 zum Nachfolger von Johanne Knutz auserkoren. Er löste sie im Frühjahr 2022 ab. Seit dem 1. Februar 2025 ist er an der Hohlwegschule tätig. Seine Nachfolgerin an der DST ist Carina Heymann, die bis dato die Deutsche Schule in Rothenkrug leitete.