Umwelt und Natur

Schäden durch Extremwetter kosten Milliarden

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Klimaschäden
35 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Dänemark befürchten Klimaschäden an ihrem Eigentum.

Eine neue Analyse zeigt, dass extreme Wetterereignisse seit 2023 rund 4,6 Milliarden Kronen gekostet haben. Die Schäden sind dabei geografisch ungleich verteilt. Die Versicherungs- und Rentenbranche fordert einen umfassenden staatlichen Plan zur Klimasicherung Dänemarks.

Wetterextreme in den vergangenen Jahren haben Gesellschaft und Versicherungen in Dänemark rund 4,6 Milliarden Kronen gekostet. Wo es am häufigsten zu Schäden durch Naturereignisse kommt, ist regional unterschiedlich. Das zeigt eine Analyse der Versicherungs- und Rentenbranche F&P. Darin wird ein gesamtstaatlicher Plan für die Klimasicherung gefordert. 

2023 und 2024 waren die nassesten Jahre, seit man mit den Messungen begonnen hat. Aber auch Stürme, Hagel und Schnee haben dazu beigetragen, dass die Ausgaben für wetterbedingte Schäden steigen.

1,2 Milliarden Kronen Sturmflutschäden

Klimasicherung kostet Geld – aber sie spart mehr, wenn wir jetzt damit beginnen.

Kent Damsgaard

Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus 3,4 Milliarden an ausgezahlten Entschädigungen von Versicherungsgesellschaften und 1,2 Milliarden an Entschädigungen vom Naturkatastrophenrat (Naturskaderådet) nach der Sturmflut im Oktober 2023. 

„Der Klimawandel kostet uns als Gesellschaft Milliarden, aber vieles davon schlägt sich gar nicht in einer wirtschaftlichen Aufstellung nieder. Denn mit dem extremen Wetter schleicht sich bei den dänischen Haus- und Geschäftseigentümern Unsicherheit ein: Wann schlägt das Wetter das nächste Mal zu? Deshalb ist es so wichtig, dass Klimasicherung und Prävention noch mehr an Fahrt gewinnen. Klimasicherung kostet Geld – spart aber langfristig Kosten, wenn wir jetzt damit beginnen“, sagt Kent Damsgaard, Geschäftsführer von F&P.

131.000 wetterbedingte Schäden seit Anfang 2023

In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden mehr als 131.000 wetterbedingte Schäden bei Hausrat- und Gebäudeversicherungen sowie bei gewerblichen Gebäude- und Inventarversicherungen gemeldet. Die Analyse zeigt, dass die Schäden geografisch sehr unterschiedlich verteilt sind. 

Die großen Städte wie Kopenhagen, Aarhus, Odense und Aalborg sind am stärksten von den bei den Versicherungen gemeldeten Schäden betroffen, da hier viele Menschen leben. Kopenhagen registrierte 6.550 Fälle, Aarhus 6.600 und Aalborg 4.831 Schäden, in Odense waren es 4.900, in Esbjerg 3.861. In Nordschleswig sind die Schadenzahlen geringer. 

Segelyacht
Sturmschäden im Yachthafen von Apenrade im Oktober 2023.

Betrachtet man jedoch die Schäden pro 1.000 Einwohnende, sieht die geografische Verteilung ganz anders aus: Die Einwohnerinnen und Einwohner entlang der Westküste Jütlands, Nordfünen, den Südseegebieten (Sydhavsøerne) und Bornholm sind am stärksten betroffen. 

Wetterbedingte Schäden in Nordschleswig im Mittelfeld

In Apenrade (Aabenraa), Hadersleben (Haderslev), Sonderburg (Sønderborg) und Tondern (Tøndern) liegen die gemeldeten Versicherungsschäden je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Mittelfeld. 

  • Apenrade: 25
  • Hadersleben: 26
  • Sonderburg: 28
  • Tondern: 28

Zum Vergleich: Auf Ærø gab es 42 Fälle, auf Nordfünen 51, auf Læsø 55, auf Langeland 62 und in Lemvig sogar 66 Fälle.

Klimasicherung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Wenn man sich eine Karte von Dänemark ansieht, auf der die Teile des Landes dargestellt sind, die am stärksten vom Unwetter betroffen sind, entspricht dies bei weitem nicht den Landesteilen der Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen, die am meisten Geld für den Klimaschutz zur Verfügung haben. Dies unterstreicht, dass Klimasicherung und Prävention Aufgaben sind, die gemeinsam angegangen werden müssen“, so Damsgaard.

In erster Linie spiele der einzelne Hausbesitzende eine Rolle, aber auch die Kommune und der Staat müssen sich an der Gesamtverantwortung beteiligen und damit auch die Kosten tragen, damit die Auswirkungen des Klimawandels nicht ungleich verteilt sind.

Unversicherte Sturmflutschäden nicht in Analyse berücksichtigt 

Zu den in der Analyse ermittelten Schäden kommen noch die umfangreichen Schäden im Zusammenhang mit Sturmfluten hinzu, die nicht versichert sind, sondern durch die staatliche Sturmflutregelung ersetzt werden. Auch Schäden an staatlichen und kommunalen Gebäuden, Infrastruktur usw. sind in der Analyse, die ausschließlich Versicherungsschäden umfasst, nicht berücksichtigt.

Kent Damsgaard begrüßt daher, dass sowohl die Regierung als auch das Parlament einen deutlich verstärkten politischen Fokus auf die Dringlichkeit und die Kosten des Klimaschutzes legen. „Es gab einen starken Fokus auf Küstenschutz, mit einer breiten Vereinbarung über die Bereitstellung von 900 Millionen Kronen im sogenannten Beschleunigungspaket.“ Auch der Haushalt für 2026 konzentriere sich auf Klimaschutz vor Starkregen und starken Niederschlägen. Das sei ein wirklich guter Anfang.

Hejsagger Strand
Nach der Sturmflut in Heisagger Strand (Hejsager Strand).

„Aber es reicht nicht aus. Das Wetter wird nur noch extremer und die Schäden werden zahlreicher und teurer“, so Kent Damsgaard. Die Branche habe vorgeschlagen, dass die Gesellschaft mindestens den gleichen Betrag für Prävention ausgeben sollte, der für die Behebung der Schäden ausgegeben wird. Zusätzlich solle ein Gesamtplan erstellt werden, wie und wo Prävention und Klimasicherung erfolgen sollen.