Fussball

Sportlicher Höhenflug ändert bei Sønderjyske nichts am Plan

Veröffentlicht Geändert
Der 2:0-Sieg im „Parken“ gegen den FCK war die Krönung einer starken ersten Saisonhälfte.

Die Sønderjyske-Fußballer überwintern in der Superliga auf Tabellenplatz vier, so weit oben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Direktor Markus Kristoffer Hansen will aber nicht um jeden Preis seine Erfolgsmannschaft beisammenhalten, sondern auch im Winter Spieler verkaufen, wenn es Sinn ergibt.

Die Freude über den krönenden Abschluss einer bärenstarken ersten Saisonhälfte hat sich bei Fußball-Superligist Sønderjyske noch nicht gelegt. Nach dem erstmaligen Sieg gegen den amtierenden Meister FC København im „Parken“ sind die Hellblauen als Tabellenvierte in die Winterpause gegangen.

„Das ist ein historisch gutes Ergebnis. Die Freude und der Stolz über die Art und Weise, wie wir die erste Saisonhälfte abgeschlossen haben, sind wahnsinnig groß. Es ist verdient, dass wir in der Tabelle dort stehen. Wir haben in den Duellen gegen die anderen Top-6-Teams nach AGF die zweitmeisten Punkte geholt“, sagt Markus Kristoffer Hansen, Direktor und Miteigentümer von Sønderjyske Fodbold, zum „Nordschleswiger“.

Ruhige Hand

Sønderjyske hat in der ersten Saisonhälfte Brøndby, AGF, den FC Midtjylland und den FC København geschlagen und geht mit 29 Punkten aus 18 Spielen in die Winterpause. Besser war es nur in der Silber-Saison 2015/16, als zur Winterpause 31 Punkte aus 18 Spielen zu Buche standen.

Noch ist es zu früh, von einer Medaille zu träumen, aber der Einzug in die Meisterschafts-Endrunde ist mehr als realistisch. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung vor den letzten vier Spieltagen. Die gute Ausgangsposition ändert allerdings nichts an der Herangehensweise im bevorstehenden Wintertransferfenster – weder in die eine noch in die andere Richtung.

„Nein, wir halten uns an den Plan, den wir die ganze Zeit gehabt haben. Wir ändern nicht plötzlich alles. Das haben wir nicht getan, als wir im Mittelfeld der 1. Division standen und uns vom Trainer trennen mussten, und das werden wir auch nicht tun, wenn wir auf Platz vier in der Superliga stehen. Wir haben eine ruhige Hand, und das werden wir auch im Transferfenster haben“, so Markus Kristoffer Hansen.

Der Sønderjyske-Direktor will nicht um jeden Preis seine Erfolgsmannschaft beisammenhalten, sondern auch im Winter Spieler verkaufen, wenn es Sinn ergibt.

Markus Kristoffer Hansen hat derzeit gut lachen.

„Sønderjyske ein Verein, der seine Spieler verkauft, aber wir sind nicht zum Verkaufen gezwungen. Wenn die richtigen Angebote kommen und der Preis stimmt, werden wir uns das anhören. Wir werden aber nicht anders agieren als im Sommer und werden wieder Angebote ablehnen, wenn sie nicht gut genug sind. Es wird nicht alles, was wir aufgebaut haben, für einen kleinen Preis verschenkt“, meint Markus Kristoffer Hansen.

Er unterstreicht, dass Sønderjyske weiterhin ein Klub sein wird, wo sich Spieler entwickeln und den nächsten Karrieresprung machen können.

Großes Millionendefizit wird für 2024/25 erwartet

„Wir wollen den Spielern keine Steine in den Weg legen. Und wenn wir Spieler für den richtigen Preis verkaufen, dann haben wir andere Spieler in unserem Kader, die bereit für eine größere Rolle sind“, meint der Sønderjyske-Direktor.

Sønderjyske ist wie viele andere Vereine in diesem Geschäft davon abhängig, Transfererlöse zu erzielen. Die Nachfrage nach Sønderjyske-Kickern war aber im Sommer nicht wie erhofft, die Bereitschaft, den geforderten Preis zu zahlen, war selten vorhanden. Lediglich Lukas Björklund und José Gallegos wurden für relativ bescheidene Transfersummen verkauft. Die Folge ist ein weiteres dickes Millionendefizit, wenn Sønderjyske Fodbold im Frühjahr seinen Haushaltsbericht für das am 30. September 2025 zu Ende gegangene Haushaltsjahr präsentiert.

Sportlich ist Sønderjyske für das eingegangene Risiko belohnt worden, und der Verein darf sich im laufenden Haushaltsjahr auf höhere Einnahmen freuen, nicht zuletzt was Fernsehgelder betrifft. In diesem Punkt hüllen sich die Klubs stets in Schweigen, doch bei Sønderjyske plant man vorsichtig und rechnet nach Informationen des „Nordschleswigers“ nur mit Einnahmen, die der zehnte Tabellenplatz einbringt.

Höhere Einnahmen in der Endrunde

Bei der ersten Ausschüttung der Fernsehgelder stand Sønderjyske auf Rang acht, bei der zweiten Ausschüttung nach dem 22. Spieltag stehen die Hellblauen hoffentlich unter den ersten sechs Teams. 

„Ein Einzug in die Top 6 würde wesentlich höhere Einnahmen bedeuten“, so Markus Kristoffer Hansen. 

Nicht nur wegen der Platzierung, sondern auch, weil die Sønderjyske-Spiele nicht mehr die vierte, fünfte oder sechste Wahl der Fernsehanstalten wären, sondern gegen Gegner wie Brøndby, FCK, AGF und FCM meistens erste, zweite oder dritte Wahl.  Die Unterschiede liegen in Millionenhöhe.