Gesellschaft

Freiwillig, engagiert, erfüllt: Ältere entdecken das Ehrenamt für sich

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Immer mehr Seniorinnen und Senioren sind ehrenamtlich aktiv. (Symbolbild)

Freiwillige Arbeit liegt im Trend – auch im Alter. Viele Seniorinnen und Senioren investieren jede Woche Stunden, um anderen zu helfen und ihrem Alltag Sinn zu geben. Eine landesweite Studie bestätigt: Das Ehrenamt lebt – und wächst.

Sechs von zehn Seniorinnen und Senioren in Dänemark arbeiten heute ehrenamtlich – und die Zahl wächst. Das zeigt eine neue landesweite Untersuchung der Organisation „Faglige Seniorer“. Für die meisten steht nicht Pflichtbewusstsein, sondern Freude, Gemeinschaft und Sinn im Mittelpunkt.

Laut der Studie „Frivillighed 2025“ engagieren sich die meisten älteren Freiwilligen zwischen zwei und fünf Stunden pro Woche. Eine kleinere Gruppe bringt sogar zehn Stunden oder mehr auf. Besonders aktiv sind Seniorinnen und Senioren im Kultur- und Freizeitbereich, in sozialen und humanitären Projekten sowie in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und anderen älteren Menschen. Häufig übernehmen sie Aufgaben wie die Mithilfe bei Veranstaltungen, Vorstandsarbeit oder praktische Unterstützung im Alltag.

„Ich brauche etwas Sinnvolles zu tun. Ehrenamtlich tätig zu sein, ist eine natürliche Fortsetzung meines Berufslebens“, sagt die 65-jährige Marina Törnqvist, ehemalige Sozialpädagogin und heute ehrenamtliche Beistandsperson.

Gemeinschaft als Hauptantrieb

Die Untersuchung zeigt deutlich: Gemeinschaft und der Wunsch, anderen zu helfen, sind die stärksten Beweggründe für ehrenamtliches Engagement. Viele Befragte berichten von neuer Lebensfreude, sozialen Kontakten und dem Gefühl, wieder gebraucht zu werden.

„Es ist fantastisch zu sehen, dass sich immer mehr Seniorinnen und Senioren ehrenamtlich engagieren“, sagt Mette Kindberg, Landesvorsitzende der Faglige Seniorer. „Das zeigt, dass wir Älteren uns nicht einfach zurückziehen wollen. Wir möchten weiterhin aktiv zur Gesellschaft beitragen – mit unserer Lebenserfahrung, unseren Kompetenzen und unserer Zeit. Das schenkt sowohl Freude als auch Sinn.“

Grenzen der Belastbarkeit

Doch auch das Ehrenamt hat seine Grenzen. Etwa ein Drittel derjenigen, die früher engagiert waren, hat inzwischen aufgehört – meist aus gesundheitlichen oder zeitlichen Gründen. Trotzdem zeigt die Studie, dass das Potenzial enorm bleibt: 57 Prozent der Befragten geben an, dass sie Zeit, Energie und Gesundheit haben, um sich erneut zu engagieren – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

„Das ist ein starkes Signal“, betont Kindberg. „Wir sprechen von Tausenden älterer Menschen, die bereit sind, sich einzubringen – sie müssen nur auf die richtige Weise eingeladen werden.“

An der Umfrage, die im September durchgeführt wurde, nahmen 4.500 Seniorinnen und Senioren aus ganz Dänemark teil. Ihr Engagement zeigt: Das Alter ist längst keine Ausrede mehr, um sich zurückzulehnen – im Gegenteil, viele sehen darin die beste Zeit, etwas zurückzugeben.