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Werft gerettet: Rönner-Gruppe übernimmt Flensburger Schiffbau-Gesellschaft

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FSG
Thorsten Rönner von der Rönner-Gruppe aus Bremerhaven und Chas Kelly, Chairman von SeaRoad, verkündeten am Freitag, dass der Bau der RoRo-Fähre für die australische Reederei fortgesetzt werden soll.

Bereits in wenigen Wochen könnte bei der Flensburger Werft der Betrieb wieder hochgefahren und der Bau einer RoRo-Fähre für die australische Reederei SeaRoad fortgesetzt werden.

Großes Aufatmen bei den 331 Beschäftigten der traditionsreichen Flensburger Schiffbau-Gesellschaft: Die Rönner-Gruppe aus Bremerhaven will die insolvente Werft südlich der Grenze übernehmen.

Darüber wurden die Mitarbeitenden am Freitagmorgen bei einer Betriebsversammlung informiert, an der auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) teilnahm.

Alle Beschäftigten wechseln zunächst in eine Transfergesellschaft, in der sie für maximal vier Monate 80 Prozent ihres Lohns erhalten. Wie der neue Investor Thorsten Rönner angekündigte, sollen erste Werftmitarbeitenden jedoch bereits ab Montag aus der Transfergesellschaft geholt werden und neue Arbeitsverträge erhalten.

Neubau soll fertiggestellt werden

Ziel sei es, dass bereits in Kürze der Bau der RoRo-Fähre (Neubau 784) für die australische Reederei SeaRoad fortgesetzt wird. Rönner rechnet damit, dass dies in vier bis sechs Wochen der Fall sein könnte. Aktuell sind auf dem Werftgelände in Flensburg viele Maschinen noch nicht betriebsbereit.

„In der Woche nach Eröffnung der Insolvenzverfahren werden auf der Flensburger Werft die technischen Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Werftbetriebs durch die Rönner-Gruppe beginnen. Ich danke Chas Kelly, dem Chairman von SeaRoad, dass er extra aus Tasmanien nach Norddeutschland gekommen ist, um den Neubau 784 hier in Flensburg sicherzustellen“, erklärte Insolvenzverwalter Christoph Morgen.

Sollte wie geplant am 1. Februar das Insolvenzverfahren über die bisherigen Gesellschaften der FSG-Nobiskrug eröffnet werden, endet damit auch die umstrittene Ära von Investor Lars Windhorst in Flensburg, der mit verspäteten Gehaltszahlungen und gebrochenen Versprechen immer wieder für Ärger sorgte.

Lürssen übernimmt Nobiskrug in Rendsburg

Auch werden FSG und Nobiskrug künftig wieder getrennte Wege gehen. Die Werft in Rendsburg soll Betriebsteil der benachbarten Lürssen-Krögerwerft werden.

Rönner kündigte am Freitag an, dass im Zuge der Übernahme mit der FSG Shipyard GmbH und der FSG Design GmbH zwei neue Gesellschaften gegründet werden. Der Name „Flensburger Schiffbau-Gesellschaft“ soll erhalten bleiben.

Wie viele der aktuell 331 FSG-Beschäftigten am Ende wirklich übernommen werden, ist noch unklar.