Nordschleswig

Polizist bei Unfall mit Lkw auf der E45 bei Apenrade getötet

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Warum der Lkw-Fahrer die beiden Polizeibeamten nicht gesehen hat, ist noch unklar (Symbolfoto).

In der Nacht zu Donnerstag kam es auf der E45 zu einer Tragödie. Ein Polizeibeamter starb infolge eines Unfalls, eine weitere Polizistin wurde schwer verletzt. Die Autobahn war bis in den Berufsverkehr hinein gesperrt.

Ein schrecklicher Unfall hat sich am frühen Donnerstagmorgen auf der Autobahn E45 zwischen den Abfahrten Apenrade und Apenrade Süd ereignet. Dabei wurde ein Polizeibeamter getötet und eine weitere Polizistin schwer verletzt.

Lastwagen fährt in Unfallstelle

Wie die Polizei für Südjütland und Nordschleswig mitteilte, ging gegen 1.34 Uhr die erste Meldung über den Notruf ein: Auf dem Sønderjyske Motorvej war es infolge von plötzlicher Straßenglätte zu einem Unfall gekommen. Die Beamtinnen und Beamten eilten zur Unfallstelle nördlich der Abfahrt Apenrade in Richtung Süden, um diese abzusichern und den Verkehr abzuleiten. Doch während der Sicherungsmaßnahmen geschah das Unglück: Gegen 2.20 Uhr raste ein Lastwagen in mindestens eines der abgestellten Polizeifahrzeuge.

Polizist stirbt, Polizeibeamtin schwer verletzt

Ein 43-jähriger Polizeibeamter kam durch die Kollision noch an der Unfallstelle ums Leben, während eine zweite Beamtin (25), noch Polizeischülerin, schwerste Verletzungen erlitt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Ihr Zustand ist kritisch. Beide arbeiteten bei der Polizei in Apenrade.

Der Lkw-Fahrer wird voraussichtlich angeklagt. Dies teilte Polizeichef Frits Villy Kjeldsen während einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag mit. Wofür der Lkw-Fahrer angeklagt wird, konnte der Polizeichef noch nicht sagen. Gleichzeitig teilte er mit, dass der Zustand des Mannes nicht kritisch ist.

Die Angehörigen der betroffenen Personen wurden bereits informiert. 

Es wird davon ausgegangen, dass sich die beiden Polizisten mit Warnwesten bekleidet außerhalb des Fahrzeugs befanden und das Blaulicht am Streifenfahrzeug eingeschaltet war. 

Polizeichef Frits Kjeldsen
Polizeichef Frits Kjeldsen bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag vor der Polizeistation in Apenrade.

Autobahn über Stunden voll gesperrt

Die Autobahn war nach dem Unfall zwischen den Anschlussstellen 71 und 72 in Richtung Süden über mehrere Stunden voll gesperrt. Spezialistinnen und Spezialisten der Verkehrsbehörde sowie technische Ermittelnde waren vor Ort, um den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren. 

Um 8 Uhr teilte die Polizei mit, dass die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben werde. „Es ist nicht mehr glatt, aber fahrt den Bedingungen entsprechend“, hieß es. 

An den Polizeistationen wurde die Flagge nach dem tödlichen Unfall auf halbmast gesetzt. 

Gegen den 40-jährigen Lkw-Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. Der Fahrer befindet sich auf freiem Fuß.