Klima & Umwelt

Winter auf Sparflamme: Warum der Frost erst spät kam

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Für eine Eisdecke auf dem Damm hat es schlussendlich doch noch gereicht (Archivbild).

Ein Dezember ohne Wintergefühl? Für viele in Hadersleben fühlte sich der Jahresabschluss eher nach spätem Herbst als nach Winter an. Genau das bestätigt auch der Wetterrapport von Kurt Koch, der das Wetter in der Domstadt seit Jahrzehnten dokumentiert.

„Die ersten Nachtfröste traten erst kurz vor Weihnachten auf“, hält Kurt Koch in seinem Dezemberrapport fest. Für den erfahrenen Hobbymeteorologen, der seit den 1960er-Jahren das Wetter in Hadersleben akribisch erfasst, ist das ein klares Signal: Der Winterstart 2025 verlief ungewöhnlich mild. 

Der Monatsdurchschnitt lag bei 5,2 Grad Celsius – deutlich über dem Normalwert von 2,5 Grad. Mehrfach kletterte das Thermometer sogar auf 11 Grad, unter anderem am 8., 9., 10. und 19. Dezember. Erst an den Weihnachtstagen zeigte der Winter kurz sein kaltes Gesicht.

Sieben Frosttage – und Eis auf dem Damm

Die tiefsten Temperaturen registrierte Koch in den Nächten zum 25. und 26. Dezember mit jeweils minus 4 Grad. Insgesamt zählte der Monat sieben sogenannte Frosttage, also Tage mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Zum Jahresende reichte die Kälte sogar für eine dünne Eisschicht auf Teilen des Haderslebener Damms.

Kaum Regen, wenig Schnee

Kurt Koch aus Hadersleben ist passionierter Hobbymeteorologe (Archivbild).

Auch beim Niederschlag blieb der Dezember deutlich unter dem Durchschnitt. Statt der üblichen 96 Millimeter fielen nur 35 Millimeter. Zwar verzeichnete Koch an 15 Tagen Niederschlag, doch meist handelte es sich um leichten Regen. Die höchsten Tagesmengen lagen bei gerade einmal 5 Millimetern. Am 31. Dezember kam es zudem zu Eisschlag.

Mehr Licht zum Jahresende

45 Sonnenstunden registrierte der Wetterbeobachter im Dezember – weniger als normal, aber mit einem klaren Plus in der letzten Woche. Der Wind wehte überwiegend aus westlicher Richtung.

Der Blick aufs Gesamtjahr bestätigt den Trend: 2025 verlief in Hadersleben insgesamt mild, trocken und sonniger als im langjährigen Durchschnitt.

So wertet der Hobby-Meteorologe das Wetter aus

Kurt Koch nimmt seit 1969 das Wetter in der Domstadt Hadersleben unter die Lupe. Seine Messdaten beziehen sich ausschließlich auf das Wetter im Stadtgebiet. Im Unterschied zum Meteorologischen Institut Dänemarks (DMI), das jeweils die vergangenen 30 Jahre zugrunde legt, um Durchschnittswerte zu ermitteln, geht Kurt Koch aktuell nach einer anderen Methode vor.
In seinem ersten Messzeitraum hat der Hobby-Meteorologe die Daten für die Periode 1969–1999 ermittelt und folgte damit dem DMI-Prinzip. Die Daten seiner jüngsten Wetterberichte beziehen sich indes auf den Zeitraum 1990–2025 und somit auf die auf dieser Grundlage ermittelten Durchschnittswerte seiner aktuellen Wetterstatistik.