Handball

Thomas Mogensen träumt – will aber realistisch bleiben

Veröffentlicht Geändert
Thomas Mogensen sieht eine Konkurrenz, die nicht schläft.

Einen neuen Anlauf auf den Endrunden-Einzug nehmen die Handballer von Sønderjyske HH, doch 12 der 13 Liga-Konkurrenten haben das gleiche Ziel. Der Sportmanager sieht eine Sønderjyske-Mannschaft, die dazugehören muss.

Die Handballer von Sønderjyske wollen endlich wieder im Konzert der Großen mitmischen und in die Meisterschafts-Endrunde einziehen. Viermal in Folge wurde die angepeilte Endrunde der besten Acht verpasst, doch die Zuversicht ist groß, dass es in der bevorstehenden Saison klappen kann.

„Ich glaube immer dran, und ich finde, dass wir eine Mannschaft zusammengestellt haben, die dazugehören muss, aber in dieser Liga gibt es nur einen Klub, der sich die Endrunde nicht als Ziel gesteckt hat – das wird ein brutaler Kampf“, sagt Thomas Mogensen, Sportmanager von Sønderjyske Herrehåndbold, zum „Nordschleswiger“.

Ständig um Platz acht herum

Bis auf eine Ausnahme (Rang fünf in der Saison 2020/21) sind die Sønderjyske-Handballer im vergangenen Jahrzehnt in der Tabelle stets zwischen Platz acht und elf gelandet.

„Wir wollen oben mitspielen. Das ist unser klares Ziel, aber wir dürfen den Realismus nicht vergessen. Es gibt einen Unterschied zwischen dem, wovon wir träumen, und was realistisch ist. Man muss auch sehen, wogegen wir hier ankämpfen. Unser Budget ist irgendwo zwischen dem acht- und zehntgrößten der Liga. Aalborg, GOG, BSH, Skjern, TTH und Fredericia sind alle vor uns, HØJ ist mit Volldampf in die Liga aufgestiegen, hat viel Geld investiert und wird weiter zulegen. Skanderborg sieht spannend aus und kann mit Mors-Thy auf die besten Talente des Landes zurückgreifen. Wir finden, dass wir dazugehören müssen, aber auf Dauer müssen wir mehr Geld aufbringen, um hier mithalten zu können, und da kommt es auch auf Sonderburg und Nordschleswig an, wo die Reise hingeht“, meint Thomas Mogensen.

Sønderjyske HH hat den Abgang von Nicolaj Jørgensen verkraften müssen, der mit 275 Toren Liga-Torschützenkönig wurde. Man hat aber einen adäquaten Ersatz in Frederik Tilsted gefunden, wo sich selbst Handballexperte Bent Nyegaard am TV2-Mikrofonwundert, was er bei Sønderjyske will, wenn er bei GOG eine große Rolle hätte spielen können.

Platzierungen seit dem Liga-Aufstieg 2011

2011/12: 12. Platz 17 Punkte (6 Punkte von der Endrunde entfernt)

2012/13: 8. Platz 23 Punkte (3 Punkte Vorsprung)

2013/14: 5. Platz 32 Punkte (5 Punkte Vorsprung)

2014/15: 11. Platz 24 Punkte (3 Punkte von der Endrunde entfernt)

2015/16: 8. Platz 27 Punkte (4 Punkte Vorsprung)

2016/17: 10. Platz 21 Punkte (5 Punkte von der Endrunde entfernt)

2017/18: 11. Platz 17 Punkte (6 Punkte von der Endrunde entfernt)

2018/19: 8. Platz 23 Punkte (Bessere Tordifferenz)

2019/20: 9. Platz 24 Punkte (2 Punkte von der Endrunde entfernt)

2020/21: 5. Platz 27 Punkte (9 Punkte Vorsprung)

2021/22: 11. Platz 21 Punkte (3 Punkte von der Endrunde entfernt)

2022/23: 9. Platz 21 Punkte (1 Punkt von der Endrunde entfernt)

2023/24: 10. Platz 22 Punkte (3 Punkte von der Endrunde entfernt)

2024/25: 9. Platz 22 Punkte (6 Punkte von der Endrunde entfernt)

„Wir haben einen Kader zusammengestellt, wo die Spieler es gewohnt sind, mehr zu gewinnen als zu verlieren. Sie haben eine Haltung dazu, was läuft, wollen die Dinge mitprägen, optimieren und stellen Forderungen an den Nebenmann. Wir wollen eine Siegerkultur schaffen“, so der Sportmanager.

Anfälligkeit bei Ausfällen

Fünf Spieler sind neu hinzugekommen, sieben haben den Klub verlassen.

„Wir haben einen homogenen Kader, der aber nicht mehr so breit ist wie früher, aber das ist ein Kompromiss, den wir eingehen mussten, wenn wir an der Spitze des Kaders mehr Geld ausgeben. Ich sehe einen Kader, an den ich glaube, und das ist mir wichtiger als den Spielberichtsbogen mit 16 Namen ausfüllen zu können“, sagt Thomas Mogensen, der aber einräumt, dass der Kader bei Ausfällen anfällig ist.

So auch zum Saisonauftakt. Sønderjyske HH wird nicht nur bei der Premiere am Sonnabend auswärts gegen Ribe-Esbjerg HH auf Gabriel Setterblom verzichten müssen.

Gabriel Setterblom fällt vorerst aus.

„Gabriel kämpft seit Monaten gegen eine Krankheit. Es hat sich jetzt herausgestellt, dass es eine seltene Krankheit ist. Es ist nichts Lebensbedrohliches, aber eine Krankheit, die wir ernst nehmen, und er wird jetzt erst einmal ausfallen“, so der Sportmanager.

Qualität ist nicht gesunken

Der Norweger ist der einzige Linkshänder im Rückraum, und diesen Ausfall werden die Rechtshänder Frederik Tilsted, Jesper Konradsson, Magnus Fredriksen und Nicolai Skytte sowie partiell auch Linksaußen Sebastian Augustinussen kompensieren müssen.

„Das ist eine Herausforderung, aber eine Herausforderung, die wir lösen können. Da bieten sich viele an, und ich muss sagen, dass ich von Nicolai Skytte beeindruckt bin, der topfit ist und sich aufdrängt“, erzählt Mogensen.

Patrick Volz war in der vergangenen Saison von der SG Flensburg-Handewitt ausgeliehen und hinterlässt auf der Linksaußen-Position eine große Lücke, die aber von Viktor Bergholt und Emil la Cour gefüllt werden kann, meint der Sportmanager: „Die Qualität ist nicht gesunken.“

Sønderjyske HH 2025/26

Zugänge: Frederik Tilsted (GOG), Jesper Konradsson (USAM Nimes), Emil La Cour (GOG), Nicolai Skytte (GGIF Grindsted), Viktor Bergholt (Skjern).

Abgänge: Nicolaj Jørgensen (HSV Hamburg), August Wiger (Alingsås HK), Magnus Holpert (VfL Lübeck-Schwartau), Nikolaj Svalastog (GGIF Grindsted), Patrick Volz (SG Flensburg-Handewitt, war ausgeliehen), Lucas Rehfus (TM Tønder), Tobias Olsen.