Lokale Wirtschaft

Mehr Delikatessen, weniger Umwege: Føtex baut bis zum Sommer um

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Noch ist die Delikatessenabteilung durch eine Wand (rechts im Bild) vom Kundenbereich getrennt. Das ändert sich in den kommenden Monaten. Dann entsteht hier ein neuer Küchenbereich, der offen einsehbar sein wird.

Staub, Bauzäune und große Pläne: Der Supermarkt Føtex in Apenrade wird seit dieser Woche umfassend umgebaut. Ziel ist ein modernes Warenhaus mit neuen Abteilungen, nur noch einer Kassenzone – und einer offenen Küche. Leiter Bo Wagner erklärt die Hintergründe.

Der erste Eindruck ist ungewohnt. Wo sonst Einkaufswagen klappern und Kundinnen und Kunden zielstrebig zur Obst- und Gemüseabteilung abbiegen, stehen jetzt Bauzäune, Paletten und Handwerker. Seit Anfang der Woche wird im Apenrader Føtex an der Madevej kräftig umgebaut – und zwar bei laufendem Betrieb. „Das Angebot ist in der Umbauphase etwas eingeschränkt“, sagt Supermarktchef Bo Wagner beim Besuch des „Nordschleswigers“.

Montagmorgen ging es los. Die Handwerker haben das große Warenhaus in Beschlag genommen. Was hier entsteht, ist keine kosmetische Auffrischung, sondern ein grundlegender Umbau. Ziel: aus zwei getrennten Bereichen – Lebensmittel hier, Non-Food dort – ein zusammenhängendes Warenhaus zu machen.

„Alles wird dann unter einem Dach zu finden sein“, sagt Warenhauschef Bo Wagner. Damit spricht er das bildlich aus, was passieren soll: Bisher war es aufgrund der Flächennutzungspläne nicht erlaubt, so große Flächen für ein Geschäft zu nutzen. Das Gesetz ist geändert worden. 

Wo jetzt die Obst- und Gemüseabteilung ist, wird bald Bekleidung die Kundinnen und Kunden begrüßen.

Für die Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem eines: nur noch einmal bezahlen. Wer künftig Gemüse kauft und dazu noch Batterien für die Fernbedienung braucht, muss nicht mehr durch zwei Abteilungen und zwei Kassenzonen.

Eingang neu gedacht

Bo Wagner vor der Skizze mit dem „neuen“ Føtex.

Der Haupteingang bleibt, wo er ist. Doch das, was die Kundschaft dort erwartet, ändert sich grundlegend. Wo bislang Obst und Gemüse lagen, wird künftig eine Textilabteilung eingerichtet. Gleich am Eingang sollen außerdem Bäckerei und Kiosk in einen neu gebauten, zentralen Bereich ziehen.

„Das ist bewusster so geplant“, erklärt Bo Wagner. Der neue Føtex werde anders, übersichtlicher – und stärker auf klassische Warenhauslogik ausgerichtet.

Herzstück: die neue Küchenabteilung

Hier wird Verkaufsfläche entstehen, während Bäcker und Kiosk näher am Eingang platziert werden.

Der wohl größte Wandel entsteht dort, wo schon jetzt gekocht wird – allerdings künftig mit deutlich mehr Offenheit. Die neue Schlachter- und Delikatessenabteilung wird zu einer sogenannten Küchenabteilung ausgebaut. Mit offener Küche, Glasfronten und Arbeitsflächen, an denen Mitarbeitende belegte Brote (Smørrebrød) und andere Speisen zubereiten – sichtbar für alle.

„Das wird ein ganz anderes Erlebnis“, sagt Wagner. Das Sortiment werde um warme Speisen und Delikatessen erweitert, insgesamt solle der Bereich moderner und einladender wirken. Auch das Angebot an persönlichen Pflegeprodukten sowie Gesundheitskost wird vergrößert.

Technik neu, Abläufe einfacher

Nicht nur für die Kundschaft ändert sich etwas. Im Hintergrund wird kräftig modernisiert: Kühl- und Gefriergeräte werden durch energiesparende Modelle ersetzt, die gesamte Beleuchtung im Laden auf LED-Technik umgestellt. Das spart Energie – und Kosten. 

Für die Mitarbeitenden bedeutet der Umbau ebenfalls einen Einschnitt. Künftig wird nicht mehr streng abteilungsweise gearbeitet. „Wir werden effektiver sein“, sagt Wagner. Die gemeinsamen Arbeitsbereiche und die vereinfachte Logistik sollen das Befüllen der Regale erleichtern und die täglichen Abläufe verschlanken.

Hier, direkt am Eingang, wird der Bäcker und der Kiosk zu finden sein. Die Arbeiten beginnen in der kommenden Woche.

Offen trotz Umbau

Trotz leerer Stellen in den Regalen bleibt Føtex während der gesamten Umbauphase geöffnet. Eine bewusste Entscheidung. „Es wäre dumm, zu schließen“, sagt Wagner offen. Wer zwei Monate dichtmacht, riskiert, dass sich Kundinnen und Kunden andere Einkaufsgewohnheiten angewöhnen.

Ganz reibungslos lief das nicht: Bei den Tiefkühlwaren sei man anfangs „etwas zu aggressiv“ vorgegangen, räumt Wagner ein. Er meint damit, dass es derzeit keine Tiefkühlwaren gibt, weil die Kühltruhen schon außer Betrieb genommen wurden. Doch spätestens innerhalb eines Monats soll das Sortiment wieder nahezu vollständig verfügbar sein.

Fertig im Sommer – mit hohem Preis

Die neuen Kassen sind schon geliefert und stehen am vorgesehenen Platz (noch die Non-Food-Abteilung).

Der Umbau soll voraussichtlich im Sommer abgeschlossen sein. Die Investition liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich. Eine lange Planungsphase liegt hinter dem Projekt – begonnen wurde im Sommer 2025. Nun ist Wagner vor allem froh, dass es sichtbar vorangeht.

„Die größte Herausforderung ist, alles zusammenzubringen“, sagt er. Am Ende, davon ist er überzeugt, steht ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Apenrades modernstes Warenhaus – effizienter, offener und klarer strukturiert als zuvor, aus dem die Kundinnen und Kunden nach dem Einkauf hinausgehen und sagen: Das war ein gutes Erlebnis“, so der Wunsch von Bo Wagner.

Im Moment allerdings dominieren noch Staub, Bauzäune und Umwege. Wer dieser Tage bei Føtex einkauft, braucht etwas Geduld – bekommt dafür aber schon jetzt einen Vorgeschmack darauf, wie sich Einkaufen in Apenrade bald anfühlen soll.