Kommentar

„Julehjerteby – eine verpasste Chance für Apenrade“

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Neben Suppe, Gestecke basteln und „Gløgg“ gibt es in der „Julehjerteby“ auch Auftritte von lokalen Vereinen, die unter anderem mit Gesang unterhalten und zum Mitsingen einladen.

Apenrades „Julehjerteby“ lockt Tausende Besucherinnen und Besucher – doch die Innenstadt bleibt sonntags geschlossen. Eine verpasste Chance für Handel und Stadt, die jetzt genutzt werden sollte.

Apenrade hat in diesem Jahr wieder einmal bewiesen, dass es beim Weihnachtsmarkt etwas Außergewöhnliches kann: Der „Weihnachtsmarkt der Herzen“ – Julehjerteby – wurde gerade als bester Weihnachtsmarkt Dänemarks ausgezeichnet. Ehrenamtliche haben ein liebevolles, familienfreundliches Erlebnis geschaffen, das nicht nur die Einheimischen begeistert, sondern inzwischen auch viele Touristinnen und Touristen anzieht – sogar aus Deutschland, wo der „NDR“ über den Markt berichtet hat.

Und trotzdem: Die Geschäfte in der Innenstadt bleiben sonntags geschlossen. Das ist nicht nur schade, es ist eine verpasste Chance. Gerade an einem Sonntag, wenn viele Besuchende den Markt genießen, könnten die Händler profitieren und Apenrade als Gesamterlebnis präsentieren. Stattdessen bleiben die Türen zu – und viele Touristinnen und Touristen verlassen die Stadt mit der Erkenntnis: „Schöner Markt, aber nichts zum Einkaufen.“

Andere Städte zeigen, wie es anders geht. In Tondern (Tønder) beispielsweise öffnen die Geschäfte an allen vier Adventssonntagen, begleitet vom städtischen Weihnachtsmarkt. Die Folge: volle Straßen, soweit zu hören ist, zufriedene Händler und eine belebte Innenstadt. Die zusätzlichen Einnahmen übersteigen in der Regel die Mehrkosten für Personal. Der sonntägliche Arbeitstag für die Selbstständigen und Arbeitnehmenden könnte mit einem Wochentag ausgeglichen werden, an dem das Geschäft geschlossen bleibt. 

Es geht nicht darum, jeden Sonntag zu öffnen, sondern die Gelegenheit zu nutzen, wenn Besucherströme bereits da sind. Apenrades Händler könnten gemeinsam mit Julehjerteby ein Pilotprojekt starten: Ein verkaufsoffener Sonntag während des Weihnachtsmarktes 2026, begleitet von Werbemaßnahmen und vielleicht einem kleinen Programm in den Geschäften oder vom Handelsverein selbst. Das wäre nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein starkes Signal: Ehrenamtliches Engagement und professioneller Handel ziehen hier an einem Strang – die Gäste würden die gute Sache unterstützen und den lokalen Handel stärken.

Die Stadt, der Handelsverein und die Einzelhändler müssen gemeinsam handeln. Apenrade hat ein tolles Angebot – es ist an der Zeit, es auch zu nutzen. Denn wer Julehjerteby besucht, sollte nicht nur einen funkelnden Weihnachtsmarkt erleben, sondern auch die Möglichkeit haben, die Stadt zu genießen und einzukaufen. Sonntags offene Geschäfte – das ist eine Chance, die wir nicht länger verschenken dürfen.