Humanitäre Kreislaufwirtschaft

Jetzt wird auch in Afrika in HIF-Grün gespielt

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Eine Jugendmannschaft in HIF-Trikots (red. Anm. die Fotos liegen leider nur in eingeschränkter Qualität vor)

Was früher in der Altkleidersammlung landete, sorgt nun in Sambia für strahlende Gesichter: Der Sportverein Højer IF hat seine ausgedienten Trikotsätze weitergegeben – und erhielt daraufhin unerwartet Post aus Afrika.

Normalerweise landen aussortierte Fußballtrikots des Sportvereins Højer IF (HIF) in Hoyer in der Altkleidersammlung. So war es jahrelang. Doch diesmal kam alles anders – und das wurde dem Vereinsvorstand erst so richtig bewusst, als vor Kurzem Fotos aus Sambia im E-Mail-Postfach auftauchten.

Die Bilder zeigen eine Nachwuchsmannschaft eines lokalen Fußballvereins, komplett in Grün gekleidet. Auf der Brust: das Logo von Højer IF und der Werbeaufdruck des Hoyeraner Elektroinstallateurs El-Service Højer. Zufall ist das nicht.
„Nein, das ist kein Zufall. Wir haben nach Saisonende unsere kompletten Spielersets nach Afrika geschickt, um dort gezielt den Fußballsport zu unterstützen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Danny Nielsen.

Zum ersten Mal hat sich Højer IF dafür entschieden, seine ausgedienten Mannschaftssets nicht direkt in die hiesige Altkleidersammlung zu geben, sondern gezielt, als Form direkter Entwicklungshilfe einzusetzen.

Der Kontakt kam über die Tønder Kommune zustande: Vereinsberaterin Jasmin Helledie wandte sich an den Fußballausschuss von Højer IF, nachdem sie von einem besonderen Projekt in Sambia erfahren hatte.

Dort betreiben engagierte Freiwillige ein lokales Fußballakademieprojekt, das Teil der gemeinnützigen Organisation Dream Factory ist. Die Initiative wird ausschließlich von Einheimischen getragen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen.

In der Dream Factory Academy trainieren Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 18 Jahren gemeinsam Fußball. Die jungen Menschen stammen aus sehr einfachen Verhältnissen. Der Sport bietet ihnen einen geschützten Raum, in dem sie sich persönlich und sozial entfalten können – einen Ort, an dem Träume Platz haben und Wirklichkeit werden können.

Das HIF-Grün steht auch den afrikanischen Jungen gut, findet der Vorsitzende des Sportvereins in Hoyer, Danny Nielsen. Die Jugendlichen nehmen an einem Fußballprojekt der Dream Factory Academy teil.

Da das Akademieprojekt vollständig ehrenamtlich organisiert ist und – anders als in Dänemark – keine Mitgliedsbeiträge erhoben werden, sind die Ressourcen knapp. Es fehlt häufig an ganz grundlegender Ausrüstung: Fußballschuhe, Bälle, Trikots, aber auch Trainingsmaterialien wie Kegel oder Hürden. 

„Unsere Sponsorenverträge laufen in der Regel über zwei Jahre. Danach gibt es neue Sponsoren und neue Trikots. Bisher wurden die alten Sachen gesammelt und landeten schließlich in der Altkleidersammlung“, erzählt Nielsen.

Vollständige Mannschaftssätze verschickt

Als der Vorstand jedoch von der Möglichkeit erfuhr, mit den alten Trikots konkret helfen zu können, wurde nach Saisonende Inventur gemacht. „Wenn wir schon etwas verschicken, dann sollten es komplette Sätze sein – das war unser Anspruch“, betont der Vorsitzende. Insgesamt gingen neun große Säcke auf die Reise nach Sambia. Es waren nicht nur Trikots und Hosen. Dazu kamen Fußbälle, Trainingskegel und Überziehleibchen. Die Organisation und der Transport wurden von Jasmin Helledie übernommen, die die Spenden entgegennahm und für die Weiterleitung sorgte.

Mit einer Rückmeldung hatte er ehrlich gesagt nicht gerechnet. Umso größer war die Freude, als die Mail mit den Fotos aus Sambia schließlich eintraf. „Das hat mich wirklich sehr gefreut“, sagt er. „Und HIF-Grün ist ja schließlich eine sehr schöne Farbe – auch in Afrika.“

Für Højer IF soll es nicht bei dieser einmaligen Aktion bleiben. „Es war das erste, aber ganz sicher nicht das letzte Mal, dass wir unsere aussortierten Trikots und Hosen in ärmere Länder schicken“, unterstreicht Danny Nielsen. „Ich bin ohnehin ein großer Freund von Wiederverwertung. Wenn wir damit zusätzlich Entwicklungshilfe leisten können, ist das umso befriedigender.“