Kulturgeschichte

Frischer Wind für die Museumslandschaft in Tondern

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So stellt sich das zuständige Architekturbüro den neuen Eingangsbereich vor.

Das Museum wird bis 2028 grundlegend modernisiert und als einheitliches Gesamterlebnis neu konzipiert. Das Architekturbüro Kjaer & Richter übernimmt die Leitung des 80-Millionen-Kronen-Projekts, das Architektur, Kunst, Geschichte und Bildung auf höchstem Niveau verbindet. Die Kulturstätte soll offen, nachhaltig und familienfreundlich gestaltet werden.

Nun steht fest, wer bei der umfassenden Renovierung des Museumskomplexes in Tondern federführend sein soll. Der nordschleswigsche Museumsverband „Museum Sønderjylland“ hat einen Vertrag mit dem Architekturbüro „Kjaer & Richter“ in Zusammenarbeit mit der „Ingeniørgruppen“ und „Molter Consult“ abgeschlossen.

Das Museum vereint heute bereits ein Kunstmuseum, kulturhistorische Sammlungen und Hans J. Wegners berühmte Stuhlschenkung unter einem Dach. Künftig soll daraus ein ganzheitliches Besuchserlebnis entstehen, das die Vielfalt der Bestände in einem gemeinsamen Konzept zusammenführt.

Die geplante Modernisierung öffnet das Museum stärker zur Stadt hin: Ein neuer, einladender Eingangsbereich und optimierte Verbindungen zwischen den Gebäuden lassen die einzelnen Teile als harmonische Einheit wirken und schaffen so einen attraktiven Ort für alle Besucherinnen und Besucher.

Gleichzeitig werden die Sicherheits- und Klimabedingungen des Museums auf die höchsten internationalen Standards angehoben, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Die Wahl fiel auf Kjaer & Richter nach einem Ausschreibungsverfahren, bei dem im Vorfeld gezielt vier Projektteams ausgewählt wurden, um für das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von 54 Millionen Kronen zu bieten. Das gesamte Projekt, das auch neue Ausstellungen und Außenbereiche umfasst, ist mit 80 Millionen Kronen veranschlagt.

Ein Museum auf höchstem Niveau

Die Modernisierung wird als Generalplanervergabe durchgeführt, bei der die Architekten das Projekt in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des Museums entwickeln.

Ziel ist es, ein Museum auf höchstem Niveau zu schaffen, das gleichzeitig die einzigartigen Sammlungen in den Bereichen Kulturgeschichte, Kunst und Wegners Möbelkunst vereint und eine lockere, familienfreundliche Museumserfahrung bietet.

Besonderes Augenmerk liegt darauf, bessere Rahmenbedingungen und mehr Raum für Kinder und Jugendliche zu schaffen, sodass das Museum noch stärker als Bildungseinrichtung – als lebendiges Kulturhaus – fungieren kann.

Eine besondere Note durch erfahrene und junge Kräfte

Das weiße Pförtnerhaus dient noch als Eingangsbereich zum Stadt- und Kunstmuseum. Das ändert sich mit dem Umbauprojekt.

„Kjaer & Richter haben gezeigt, dass sie ein starkes Verständnis für die vielen Qualitäten der Gebäude haben. Sie legen – wie wir – großen Wert auf hohe architektonische Qualität und Nachhaltigkeit. Zudem besteht ihr Team sowohl aus erfahrenen Kräften als auch aus jungen Architekten, was dem Projekt eine besondere Note verleiht“, sagt Museumsdirektor Axel Johnsen.

Ein besonderes Augenmerk liege auf der Verbesserung der Sicherheits- und Klimasteuerung des Museums. Das sei eine entscheidende Voraussetzung, um künftig Kunstwerke und Ausstellungen auf höchstem internationalen Niveau ausleihen zu können. „Auch hier bringt das Team von Kjaer & Richter die notwendige Expertise und Erfahrung mit“, so der Museumschef.

Freude bei Kunstfreunden

Insbesondere die Tatsache, dass mehr Raum für Kinder und Jugendliche eingeplant ist, freut den Vorsitzenden des Freundeskreises des Kunstmuseums, Jesper Steenholdt.

„Mir persönlich lag es besonders am Herzen, die Möglichkeit einzuplanen, den jungen Menschen einen Platz im Museum zu geben – und ihnen damit einen ganz besonderen Rahmen für Lernen und kreative Entfaltung zu schaffen“, schreibt er in einem Leserbrief.

Während des gesamten Prozesses seien die beiden Freundeskreise des Kultur- und Kunstbereichs eingeladen gewesen, mit Ideen zur Weiterentwicklung des wunderbaren Stadtmuseums beizutragen.

„Es war eine fantastische ‚Reise‘, daran teilzunehmen, und es freut mich sehr, dass das Museum offen für einige der Wünsche und Ideen war, die wir eingebracht haben“, so Jesper Steenholdt.

Wiedereröffnung im Sommer 2028

Die gemeinsame Projektplanung wird nun angekurbelt und das endgültige Projekt soll im Herbst 2026 fertig gezeichnet sein. Anschließend wird das Museum geschlossen und für den Umbau vorbereitet. Parallel dazu wird die Aufgabe der Dauerausstellungen ausgeschrieben.

Die Wiedereröffnung des modernisierten Museums ist für den Sommer 2028 geplant.

• Kjaer & Richter ist ein dänisches Architekturbüro mit langjähriger Erfahrung im Bereich von Kultur- und Museumsbauten. Zu den Projekten, die mit dem Museum in Tondern vergleichbar sind, zählen unter anderem das CLAY Keramikmuseum, das Herrenhofmuseum Gl. Estrup, der laufende Umbau des Königlichen Theaters – „Stærekassen“ in Kopenhagen – zu einem Kinderuniversum sowie der Dänische Saal in der Königlichen Bibliothek.
• Die Modernisierung des Museums wird finanziert vom Museum Sønderjylland, der Kommune Tondern, der Augustinus-Stiftung, der Aage und Johanne Louis-Hansen-Stiftung und der A.P. Møller-Stiftung. Beiträge gibt es vom Toosbuys Fonds, von der BHJ-Stiftung, vom Freundeskreis Kunst in Tondern und vom Museumsfreundeskreis in Tondern.
• Die Kommune Tondern unterstützt das Projekt mit 20 Millionen Kronen zusätzlich zur Stiftungs-Mehrwertsteuer (Fondsmoms) und den Kosten für die Verschönerung der Außenanlage zum Kongevej hin.