Stadtentwicklung

Endlich geöffnet: Der Verkehr auf dem Gasværksvej fließt wieder

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Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.) nutzte die Chance und fuhr als Erster über die frisch eröffnete Kreuzung.

Die Kreuzung Kilen/Gasværksvej in Apenrade ist seit Monaten gesperrt: Der Ausbau zu einer modernen, mehrspurigen Kreuzungsanlage behindert den Verkehr, Busse und Eltern auf dem Weg zum Kindergarten. Das Projekt soll langfristig die Innenstadt entlasten.

Die Kreuzung Kilen/Gasværksvej in Apenrade war seit Monaten für den Verkehr gesperrt. Dort wurde eine neue Kreuzungsanlage mit mehreren Fahrspuren gebaut. 

Die Arbeiten dauerten länger als ursprünglich geplant, wodurch der Verkehr in der Umgebung beeinträchtigt wurde. Insbesondere Busse mussten Umleitungen fahren, aber auch Anwohnerinnen und Anwohner sowie Eltern, die ihre Kinder zum deutschen Kindergarten Jørgensgaard bringen oder abholen wollten, waren betroffen.

Obwohl die neu angelegte Kreuzung fertig zu sein schien, blieb sie dennoch gesperrt. Bürgerinnen und Bürger wunderten sich, darunter auch Lesende des „Nordschleswigers“. Wie Jesper Juhl, Kommunalchef für die Abteilung Betrieb und Anlagen, erklärte, gab es Probleme beim Anschluss der Ampeln, die sich nicht in das Stromnetz integrieren ließen. „Wir wollten die Kreuzung aus Sicherheitsgründen nicht freigeben, bevor die Ampelanlage nicht fehlerfrei funktioniert“, so Juhl.

Kurz vor der Eröffnung der Kreuzung

Jetzt ist die Straße wieder voll befahrbar.

Langfristiges Verkehrsprojekt

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein erstes Teilstück fertiggestellt, das die Kreuzung Gasværksvej/Jørgensgaard mit der stark frequentierten Kreuzung Løgumklostervej/Gasværksvej/Haderslevvej verbindet.

Das Projekt ist Teil eines langfristig geplanten Vorhabens, das darauf abzielt, die Innenstadt künftig zu entlasten und den Verkehr um die Stadt herumzuführen. In einem dritten – und vielleicht vierten – Bauabschnitt soll der Gasværksvej in Richtung Süden ausgebaut werden und als Hauptstraße bis zum Møllemærsk führen. Die langfristigen Pläne sehen vor, dass diese Umgehungsstraße außerdem zu einem sogenannten Klimaboulevard wird, der gleichzeitig Schutz vor Überschwemmungen bietet. 

Zudem soll die bisherige Hauptstraße, H. P. Hanssens Gade und Nørreport, verkehrsberuhigt werden und die Innenstadt attraktiver machen. Eine parkartige Anlage mit Bepflanzungen soll dort entstehen. Das geht aus dem Entwicklungsplan „Fremtidens Aabenraa – Fremtidens Købstad“ hervor.

Lernen von anderen Städten

Ähnliche Maßnahmen in anderen Städten haben gezeigt, dass eine Umgestaltung der Verkehrsinfrastruktur – weg vom Durchgangsverkehr, hin zu gezielten Umgehungsstraßen, besseren Rad‑ und Fußwegen sowie gefördertem öffentlichen Verkehr – funktionieren kann. 

In Malmö setzte man in den 1980er-Jahren auf eine nachhaltige Verkehrsplanung statt auf großflächige Straßenprojekte. Heute ist Malmö eine der fahrradfreundlichsten Städte Europas: Ein engmaschiges Netz aus Radwegen, gute ÖPNV‑Anbindung und Fahrradwege sorgen dafür, dass viele Bewohner auf das Auto verzichten. Der Autoverkehr nahm trotz Bevölkerungszuwachs ab, der Rad‑ und Busverkehr gewann deutlich. Verschiedene Studien belegen das. 

Der Vorteil für die Bürgerinnen und Bürger: weniger Verkehr, weniger Lärm und bessere Luftqualität im Stadtzentrum. Außerdem wird die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende erhöht. Und: Die Lebensqualität und Aufenthaltsqualität steigen. Es gibt Platz für Cafés, Geschäfte und Grünflächen. Letztlich auch ein Plus für Gäste von nah und fern.

Allerdings hat sich gezeigt, dass die Menschen vor Ort in solche Projekte einbezogen werden müssen. 

So soll der Straßenverlauf aussehen, wenn die Umgehung der Innenstadt fertig ist (r., grün gekennzeichnet). Der graugefärbte Bereich wird dann verkehrsberuhigt.