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Kati, die Tiere und ein Hof in Pattburg voller Geschichten

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Auch ihre eigene Hündin Shayne fühlt sich in der Praxis von Frauchen Kati Friis sicher und gut aufgehoben.

Die 46-Jährige hatte schon immer einen Draht zu Tieren. Als Tierheilpraktikerin und Tierkommunikatorin helfe sie zum Beispiel Katzen bei Epilepsie oder Allergiker-Tieren.

Fünf Pferde, neun Katzen und eine Hündin: Kati Friis lebt idyllisch auf einem Hof von 1914 in Pattburg. „Irgendwie sind die Tiere immer zu mir gekommen“, resümiert sie. Über den Hof flitzen drei zarte Katzen, im Stall dösen zwei weitere. Dahinter stehen die Pferde auf der Koppel. Bis auf die schwarz-weiße Sissi: Sie sitzt auf ihren Hinterbeinen und richtet sich auf, als Kati Friis näher kommt.

Nach der Schule, so erzählt die gebürtige Flensburgerin, „habe ich nicht gewusst, was ich machen will“. Sie habe vieles ausprobiert: Praktika als Pferdewirtin, Tierpflegerin, in der Zoohandlung, im Tierheim. „Aber das war alles nicht das, was ich wollte“, erinnert sich die 46-Jährige.

Zunächst Chefin eines Malerei- und Lackier-Betriebs in Flensburg

Durch Zufall landete sie erstmal in der Malerei, führte zehn Jahre lang ihren eigenen Betrieb. Dann habe sie ihren Sohn bekommen, erzählt Kati Friis. Ihr Vater erkrankte, um den sie sich kümmerte. Firma, Familie und Tiere haben sie voll gefordert; sie wurde selbst krank und wandte sich an eine Heilpraktikerin. Von ihr ging der Impuls aus, sich ihrer Liebe zu den Tieren und zur Natur zu besinnen.

Basiskurse in Tierkommunikation können emotional werden

„2019 habe ich meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin angefangen“, berichtet Friis. Nach zweieinhalb Jahren habe sie die Prüfung in Bremervörde bestanden. „Das ist keine staatlich anerkannte Ausbildung“, betont die freie Tierheilpraktikerin, die eine Fortbildung in Tierkommunikation aufsattelte.

Nach der Stippvisite bei ihren Pferden geht es zurück über den Hof in einen Seitenflügel des Gebäudes. Ein paar Stufen hoch, und man steht im Wartezimmer von „Katis Tierheilpraxis und Tierkommunikation“. Nebenan befindet sich das gelb getünchte Untersuchungszimmer mit Schreibtisch, Behandlungstisch, Bioresonanztherapie-Gerät und Matte dazu. Hündin Shayne fackelt nicht lange und macht es sich darauf gemütlich. „Es ist witzig, wie sich die Tiere hier entspannen“, beobachtet ihr Frauchen. „Sobald die Praxistür aufgeht, stehen meine Tiere Schlange.“

Auf der Suche nach einem geeigneten Objekt wurden Kati Friis und ihr Mann vor zwei Jahren mit dem großzügigen Hof in Pattburg fündig. Sie sei diesseits wie jenseits der Grenze zu Hause, sagt die Tochter einer Dänin und eines Halbdänen.

Tierheilpraxis in Dänemark nicht verbreitet

Seit Dezember 2023 hat sie ihre Praxis eröffnet und wünschte sich, dass mehr ihrer Kunden sie hier aufsuchten. Doch in Dänemark sei Tierheilpraxis nicht so verbreitet, und für ihre überwiegend deutschen Kunden ist sie „viel unterwegs“. Manches lässt sich in ihrer Praxis ohne das Tier erledigen, erklärt Kati Friis, die weiterhin auch als Malerin und Lackiererin tätig ist.

„Ich habe viele Allergiker-Tiere“, sagt sie. Eine Analyse einer Haarprobe könne Aufschluss geben über Blockaden, Unverträglichkeiten und Störungen der elektromagnetischen Schwingungen. Auch mit der Ernährung beschäftige sie sich seit jeher. Der Darm sei schließlich ein zentraler Ort des Immunsystems. Tiere reagierten häufig auf Konservierungsstoffe, sagt Friis. Das sei wie beim Menschen „mit Fertignahrung“. Viel zu schnell würden oft Medikamente verabreicht, auch Wurmkur oder Flohschutz. Die Tierheilpraktikerin findet indes, man solle „erstmal gucken, was die Ursache für das Leiden ist“.

Skepsis gegenüber alternativen Heilmethoden

Kati Friis fallen etliche Tiere ein, denen sie helfen konnte. Dem Hund der Nachbarin, der sich seit Stunden nicht bewegen konnte, Katzen mit Epilepsie, ihrem Pferd mit asthmatischen Phasen. Unter anderem für solche Patienten hat sie im Stall einen Raum mit Salzluft eingerichtet. Zugleich weiß sie um die Skepsis bei manchen gegenüber alternativen Heilmethoden. Die 46-Jährige findet das schade: „Ich würde so gern mit mehr Tierärzten zusammen arbeiten.“