Kultur

„Was der Eiffelturm für Paris ist, ist der Glockenturm für Lügumkloster“

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Das Glockenspiel war lange einsturzgefährdet und ist nach umfassender Renovierung nun wieder spielbereit (Archivfoto).

Nach einer durchgreifenden Renovierung kann das Wahrzeichen der Stadt eingeweiht werden. Jetzt steht endgültig fest: Keine Vertreter des Königshauses sind dabei.

„Die Lügumklosteraner warten auf die Einweihung, und ich werde von vielen darauf angesprochen, wann der Glockenturm wieder eingeweiht wird. Das finde ich ungemein positiv“, freut sich Jens Møller, Vorsitzender des Frederik IX. Klokkespil. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Was der Eiffelturm für Paris ist, ist der Glockenturm für uns in Lügumkloster.“

Im Sommer wurde das Wahrzeichen des einstigen Klosterortes umfassend saniert, nachdem sein Standort am Sølstedgaardvej schon längere Zeit wegen Einsturzgefahr abgesperrt war.

Renoviert und um 24 Glocken erweitert

Mehr als 7 Millionen Kronen konnten nach Schenkungen von Stiftungen gesammelt werden, um das Projekt zu starten.

Nicht nur der Glockenturm bekam ein Makeover. Gleiches galt für den eigentlichen Klangkörper. Die Anzahl der Glocken wurde dabei sogar um 24 auf nunmehr 73 erhöht. Damit ist das Lügumklosteraner Glockenspiel das größte seiner Art in ganz Europa.

Obwohl es seit August wieder technisch bereit ist, wurde es noch von niemandem gespielt. Die Premiere wird erst erfolgen, wenn das Glockenspiel am Sonntag, 9. November, eingeweiht wird. 

Einweihung ohne König und Kirchenminister

Zu dieser Feier hatte der Vorsitzende schon frühzeitig Vertreter des dänischen Königshauses eingeladen. Schließlich trägt das Glockenspiel den Namen Frederik IX. Die Fertigstellung erlebte der 1972 verstorbene Monarch allerdings nicht mehr. 

Dafür kam seine Tochter Margrethe vor 52 Jahren – am 19. August 1973 – als neue Königin in Begleitung ihres Mannes, Prinz Henrik, ihrer beiden Söhne Frederik und Joachim sowie ihrer Mutter Ingrid nach Lügumkloster, um in Verbindung mit der 800-Jahr-Feier Lügumklosters das Glockenspiel einzuweihen.

Daher hatte Jens Møller auf eine Zusage von König Frederik X. gehofft, als er ihn bereits am 13. November 2024 einlud. Die Antwort aus Kopenhagen kam prompt: Er könne nicht im Jahr 2025 teilnehmen, würde sich aber gern das Glockenspiel anschauen, wenn er sich in Nordschleswig aufhalte, so die freundliche Absage von König Frederik.

Auch Kirchenminister Morten Dahlin (V) fand keine Möglichkeit, der Wiedereinweihung beizuwohnen. 

„Ich konnte und wollte daher nicht länger warten. Daher fragte ich Wirtschaftsministerin Stephanie Lose, die schließlich aus Lügumkloster stammt, und sie willigte ein, das rote Band zu zerschneiden“, erzählt Jens Møller.

Das Programm der Einweihung

14 Uhr:
Andacht in der Kirche zu Lügumkloster mit Pastor Simon Jylov

15 Uhr:
Am Sølstedgaardvej: Feierliche Einweihung des Glockenspiels
Begrüßung und Ansprachen von Jens Møller und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen
Zeremonie durch Wirtschaftsministerin Stephanie Lose

Im Anschluss:

Ab ca. 15.45 Uhr:
Fortsetzung des Programms im Centralhotel
Weitere Ansprache von Jens Møller
Gemeinsames Singen des Lieds „De klingende klokker fra Kloster“
Anschließend: Offenes Wort für alle Gäste