Gastkommentar

„Wenn ihr kaputt macht“

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BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen kritisiert den Rückzug des Haderslebener Frauenvereins aus dem Sozialdienst für Nordschleswig – und ruft dazu auf, das soziale Miteinander in Nordschleswig neu zu denken und aktiv zu gestalten.

Nach Jahrzehnten segnet der örtliche Frauenverein in Hadersleben also leise das Zeitliche – zumindest, was die Zugehörigkeit zum Sozialdienst Nordschleswig und der Minderheit an sich betrifft. Ein gänzlich unspektakulärer Austritt. Man dreht der eigenen Minderheit per lapidarem Vorstandsbeschluss den Rücken zu und tut so, als sei das ein rein formeller Schritt. Fast so, als hätte man nie dazugehört.

Ich muss zugeben, dass ich in meinem Leben sehr wenig Berührungspunkte mit dem Frauenverein in Hadersleben hatte und ich das Innenleben des Vereins nicht kenne. Meine Empörung über diesen Austritt, der nicht einmal von den Mitgliedern direkt legitimiert wurde, bedarf jedoch keines Insiderwissens. Dieser Schritt ist ein moralischer Offenbarungseid, ein Schlag ins Gesicht und vor allem ist er eine Beleidigung für all jene, die immer noch an Solidarität bei uns in der Minderheit glauben und täglich – besonders ehrenamtlich vor Ort – für die Gemeinschaft und für ein besseres Miteinander arbeiten.

Ich hoffe, dass in Hadersleben nun etwas Neues im Sozialbereich der Minderheit entsteht – mit einem starken Sozialdienstverband und einer stabilen Struktur im Rücken, um das Minderheitenleben in unserer schönen Stadt im Norden Nordschleswigs zu bereichern. Ganz nach dem Motto: Wenn ihr kaputt macht, machen wir Gemeinschaft.

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