Diese Woche in Kopenhagen

„Was Gewählte von Pippi und Kim lernen können“

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Ein weltberühmtes Mädchen ist in dieser Woche 80 Jahre alt geworden. Walter Turnowsky erinnert sich vor allem an ein Zitat von ihr, das er den frisch (wieder)gewählten Kommunalpolitikerinnen und -politikern mit auf den Weg geben möchte.

Meine Eltern haben mir mehr als einmal eine Anekdote aus meiner Kindheit erzählt – selbst erinnere ich mich nicht.

Während einer Fernsehsendung schickte ich meine Schwester, mir ihr Töpfchen zu holen, obwohl ich eigentlich schon zu alt dafür war. Denn Pippis Abenteuer waren viel zu spannend, um mittendrin das Klo aufzusuchen.

Das bärenstarke Mädchen, das mit den Füßen auf dem Kopfkissen schläft, faszinierte mich offensichtlich bereits zu einer Zeit, an die ich mich nur bruchstückweise erinnern kann. Sie lässt die kindliche Fantasie aufblühen.

Pippis runder Geburtstag

Am Mittwoch wurde Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf 80 Jahre alt. Am 26. November 1945 erweckte ihre „Mutter“ Astrid Lindgren sie mit dem ersten Buch zum Leben.

Die unkonventionelle und freiheitsliebende Pippi hat es mit Autoritäten nicht so. Wollen Erwachsene sie maßregeln, provoziert das die Schelmin in ihr. Doch bei allem Unfug hat sie einen untrüglichen moralischen Kompass.

So schenkte sie zwei Einbrechern eine Goldmünze, weil sie so hungrig waren. Dabei sprach sie die unvergessenen Worte: „Wer sehr stark ist, muss auch sehr gut sein.“

Glückwünsche reihum

Herzlichen Glückwunsch also an Pippi – nicht nur zu den 80 Jahren.

Herzlichen Glückwunsch auch an Jørgen, Mads, Erik und Jan. Ihr werdet (voraussichtlich) die Geschicke in den nordschleswigschen Kommunen in den kommenden vier Jahren leiten. Gratulation zur Wahl auch an Kirsten, Erwin, Kurt, Carsten, Louise, Mathias, Randi, Leif, Victor, Claus und Jakob von der Schleswigschen Partei zur Wahl in die Kommunalräte.

Sozusagen als kleines Geschenk möchte ich euch das Pippi-Zitat mit auf den Weg geben. Denn ihr habt – in variierendem Umfang – Einfluss; ja, lasst es uns ruhig aussprechen: Macht.

Kim Larsens nächtlicher Spaziergang

Szenenwechsel nach Kopenhagen im Jahr 1971: Ein gewisser Kim Larsen ist nach einer durchzechten Nacht auf dem Weg nach Hause. Bei der Knippelsbro sieht er eine weinende Frau, geht zunächst jedoch an ihr vorbei. Dann doch besorgt, dreht er um, doch sie  ist bereits verschwunden.

Aus der Knippelsbro wurde im ersten dänischsprachigen Song von Gasolin‘ die Langebro. In ihm lädt Kim uns ein, ihm durch die Stadt zu folgen, wenn wir uns trauen. Denn dort begegnet uns auch die Gruppe in der „Pforte der Dämonen“, die sich zu Tode trinkt.

Sein Herz für die weniger Privilegierten hat sich der 2018 verstorbene Sänger sein Leben lang bewahrt. Es hat seine Sicht auf Politik geprägt.

Gedanken zur Regierungsführung

„Ich weiß nicht, wofür Regierungen gut sein sollen, wenn nicht, um den Schwachen zu helfen. Die Starken werden schon zurechtkommen“, hat er gesagt und im zweiten Satz noch ein „sgu“ untergebracht.

Ich denke, Kim wäre einverstanden, wenn wir bei „Regierungen“ sämtliche Volksvertreterinnen und -vertreter mitmeinen.

Wenn die Starken nur daran denken, zu den Schwachen sehr gut zu sein, dann können sie von mir aus auch gerne ihre Stiefel auf das Kopfkissen legen.