Leserinnenbeitrag

„Sozialdienst: So war der Ausflug nach Thüringen “

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Der Sozialdienst Nordschleswig auf Herbstreise in Thüringen

Der Sozialdienst Nordschleswig war unterwegs: Dieses Mal ging es nach Ziegenbrück in Thüringen. Ein Leserbericht.

Vom 29.9. bis zum 3.10. veranstaltete der Sozialdienst seine Herbstreise, die diesmal nach Ziegenrück in Thüringen ging. 39 Teilnehmer und die beiden Reiseleiterinnen Christa Schrøder und Jutta Bargum Stein stiegen erwartungsvoll in den Neubauer Bus, der uns nach Thüringen bringen sollte. 

Nach einem ersten Stopp in der Lüneburger Heide, wo ein Frühstück für uns bereitstand, ging es weiter nach Helmstedt, dem ehemaligen Grenzübergang zur DDR, wo sich einige von uns die Gedenkstätte anschauten. Ohne Stau verlief die Fahrt schnell, und wir bezogen im Hotel am Schlossberg an der Saale in Ziegenrück unsere Zimmer. 

Vor dem 3-Gänge-Menü gab uns der Wirt noch einige Infos zum Hotel und der Umgebung. Ziegenrück hat seinen Namen daher, dass der Ort an einer Schleife der Saale liegt. Die Saale entspringt übrigens im Fichtelgebirge und mündet nach ca. 400 km in die Elbe. Die Saale hat fünf Staustufen mit Stau-Seen.


Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Tag stieg unsere Reiseleiterin Anita in den Bus und zeigte uns bei herrlichem Sonnenschein den Thüringer Wald. Es ging nach Saalfeld, denn dort sollten wir die Feengrotten besuchen. Durch Ziegenrück ging es auf vielen Serpentinen an der Schlossruine und vielen Schluchten vorbei. Die Gegend ist geprägt durch viel Wald, wird auf den Hochebenen aber auch landwirtschaftlich genutzt. 

Die Reisenden waren begeistert vom Thüringer Wald.

Feengrotten und die steilste Seilbahn der Welt 

Bei der Fahrt Richtung Saalfeld kamen wir auch an der Burg Ranis – auf einem Felsplateau gelegen – vorbei. In Saalfeld stand die Besichtigung der Feengrotten mit einem original ausgekleideten Bergmannsführer auf dem Programm, der uns sehr humorvoll durch die Grotten führte. Hier kann man auch heiraten, und es gab fantastische Spiegelungen in den Grotten bei stimmungsvoller Musik. Weiter ging es nach Blankenburg, wo Froebel einst den ersten Kindergarten gegründet hat, durch das Schwarzatal zur Oberweißbacher Bergbahn, der steilsten Standseilbahn der Welt. 

Vorher servierte uns der Busfahrer Jürgen noch sein 3-Gänge-Menü: Würstchen, Senf und Brot. Die Fahrt mit der Seilbahn war sehr imposant. Anschließend brachte uns der Bus nach Saalfeld, wo man sich in der Stadt umsehen konnte. Zurück im Hotel erwartete uns ein leckeres Abendessen.

Am Mittwoch ging es nach Plauen durchs Vogtland, das für die Stadt Klingenthal mit seiner Skisprungschanze bekannt ist. Wir kamen durch Schleiz, wo Konrad Duden sieben Jahre Schulleiter am dortigen Gymnasium war und den Duden schrieb. 

Es gab viel zu sehen für die Reisenden aus Nordschleswig.

Auch der Erfinder des weißen Porzellans stammte aus Schleiz. Vorbei kamen wir auch an einer ausgebauten Motorradstrecke für Rennen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts findet dort einmal im Jahr ein großes Motorradrennen statt. In Plauen machten wir eine Stadtführung und besuchten die Fabrik, die die Plauener Spitzen herstellt. In atemberaubendem Tempo wird dort maschinell gestickt. 

Manche Plauener Spitze ging anschließend über den Ladentisch. Auf der Rückfahrt stoppte der Bus an der größten Steinbrücke der Welt, der Göltschtalbrücke, über die aber nur die Eisenbahn fährt. Zum Hotel zurück ging es über Greiz, Saalburg mit dem Stausee Bleiloch, der Staubrücke und der Staumauer. Am Abend gab es viel Spaß mit Klaus und seinem Akkordeon aus dem Nachbarort Paska. Es wurde gesungen und geschunkelt! Ein wirklich netter Abend!

Am Donnerstag ging es nach Weimar, der Stadt Goethes und Schillers. Auf der Autobahn kamen wir an der ältesten Raststätte Deutschlands vorbei, die aber heute nicht mehr betrieben wird. Vorbei kamen wir auch an der Universitätsstadt Jena mit 20 Prozent Studenten an der Bevölkerungszahl und den weltbekannten Zeiss-Werken. 

Goethe, Schiller und ein Skat-Abend 

In Weimar begann unser Stadtrundgang an der Anna Amalien Bibliothek, in der es vor einigen Jahren gebrannt hat. Was für eine Katastrophe! Wir gingen am Goethe- und Schillerhaus vorbei, am Theater, in der die Weimarer Verfassung beschlossen und ausgerufen wurde, und natürlich sahen wir auch das Denkmal mit Goethe und Schiller. Weimar gefiel uns gut, eine schöne Stadt mit schön erhaltenen bzw. restaurierten Häusern. 

Bei schönstem Sonnenschein verließen wir Weimar und fuhren nach Mödlareuth, durch den der Fluss Tannbach fließt und der zur Zeit der DDR Grenzfluss war, denn durch ihn verlief die innerdeutsche Grenze. So baute die DDR die Mauer mit den Speeranlagen direkt durch das Dorf und teilte es, bis die Mauer fiel. Im Dorf besuchten wir ein deutsch-deutsches Museum und sahen einen Dokumentarfilm über diese Teilung, den Mauerbau und die Grenzöffnung. 

So kann man heute mit einem Bein in Thüringen (ehemals DDR-Gebiet) und einem Bein in Bayern (Staatsgebiet der BRD) stehen. Sehr eindrucksvoll! Ein Außenmuseum mit den alten Speeranlagen, Grenzzaun und Mauer vervollständigte die Ausstellung. Abends im Hotel wurde wieder ausgiebig geklönt, gespielt oder es wurden die Karten beim Skat „gekloppt“.

Viele Eindrücke und bestes Reisewetter

Nach einem letzten Frühstück wurden die Koffer im Bus verstaut, und es ging über die Autobahnen nach Nordschleswig zurück. Wieder schien die Sonne vom blauen Himmel und verdrängte schnell den Nebel, der noch über Thüringen hing.  


Die Reise war sehr interessant, und wir haben viel gesehen. Viele neue Eindrücke hat uns das Reiseleiterteam um Christa und Jutta und den Busfahrer Jürgen vermittelt, und wir konnten uns davon überzeugen, dass die Natur im Thüringer Wald trotz des Verlustes vieler Bäume durch den Borkenkäfer wunderschön und eine Reise wert ist.


Was hatten wir doch insgesamt für ein Glück mit dem Wetter: keinen Regen, stattdessen Sonnenschein, aber morgens auch noch frische Temperaturen um vier Grad. Doch wie heißt es so schön: Wenn Engel reisen …
 

Hinweis

Dies ist ein Leserinnen- oder Leserbeitrag. Er gibt nicht notwendigerweise die Ansicht der Redaktion wieder. „Der Nordschleswiger“ übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit.