Kommentar

„Sønderjyske setzt mit Olti Hyseni ein Zeichen“

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Olti Hyseni kam bereits mit 16 Jahren zu seinem Debüt in der ersten Mannschaft von Sønderjyske.

Der Fußball-Superligist hat sich mit der Vertragsverlängerung in eine bessere Verhandlungsposition gebracht, wenn das größte Sønderjyske-Talent seit Simon Poulsen an eine feinere Adresse verkauft wird. Ein Kommentar von Sportredakteur Jens Kragh Iversen.

Eine große Karriere wartet auf Olti Hyseni. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der 18-jährige Sonderburger den Sprung zu einem größeren Klub machen wird. Der 23-fache Jugend-Nationalspieler Dänemarks ist das größte eigenproduzierte Talent seit Simon Poulsen, der es immerhin auf 31 A-Länderspiele brachte. Und der jetzige Sønderjyske-Assistenztrainer behauptet in aller Bescheidenheit, dass Olti Hysenis Talent größer sei.

Wann der richtige Zeitpunkt für den Sprung zu einem größeren Klub ist, ist eine gute Frage. Es ist darüber spekuliert worden, dass es bereits in diesem Transferfenster passieren könnte – der U19-Nationalspieler wird aber mit Sicherheit nicht die nächsten vier Jahre bei Sønderjyske spielen, obwohl er gerade einen Vertrag bis zum Sommer 2029 unterschrieben hat.

Bessere Verhandlungsposition

Die Vertragsverlängerung ist aber ein starkes Zeichen von Sønderjyske. Die Unterschrift wird den Klub kurz- oder mittelfristig eine Stange Geld kosten, denn die Vertragsverlängerung ist mit einer saftigen Gehaltserhöhung verbunden, aber langfristig kann Hyseni Sønderjyske viel mehr Geld einbringen.

Der Fußball-Superligist hat sich in eine weitaus bessere Verhandlungsposition gebracht, als es in der vorherigen der Fall war. Ein Spieler ist ein Jahr vor Vertragsende viel weniger wert als ein Spieler mit einem langfristigen Vertrag.

Schlimmstenfalls wäre Sønderjyske sogar leer ausgegangen, das Eigengewächs hätte bei Vertragsende ablösefrei wechseln können. Sønderjyske hat dies erst einmal verhindert, und das ist als Erfolg zu werten, muss aber auch den nächsten Schritt in Sachen Transfers machen.

Der Marktwert von Olti Hyseni wird von „transfermarkt.de“ derzeit auf 800.000 Euro eingestuft, aber mit einem langfristigen Vertrag sind die Chancen mächtig gestiegen, dass Sønderjyske bei einem Verkauf eine siebenstellige Euro-Summe einnehmen wird. Das ist in der Vergangenheit viel zu selten der Fall gewesen.

Keine günstigen Waren im Regal

Sønderjyske hat den Kampf gegen den Ruf aufgenommen, dass die Spieler von Sønderjyske günstig zu haben sind. Günstiger als in vergleichbaren Klubs.

Der Klub hat versucht, die Waren im Regal mit einem teureren Preisschild zu versehen. Die Preise fangen bei Sønderjyske offenbar erst bei einer Million Euro an.

Es ist der richtige Weg, die Latte ein wenig anzuheben, um zu verhindern, dass die eigenen Spieler unter Wert verscherbelt werden, aber wo das richtige Preisniveau ist, liegt sicherlich im Ermessen des Betrachters.

Mögliche Käufer haben das Preisniveau bislang als zu hoch empfunden, etwas mehr als eine Woche vor Ende des Transferfensters ist noch nicht viel passiert.

Interesse aus Osteuropa

Es hat Interesse für Lirim Qamili aus Bulgarien und für Mads Agger aus Ungarn gegeben, doch aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien, Polen, Ungarn oder Rumänien sind nur die wenigsten Klubs dazu bereit, eine Million Euro oder mehr zu zahlen.

Die Frage ist, ob Spieler wie Lirim Qamili, Mads Agger, Sefer Emini, Lukas Björklund oder Maxime Soulas auf Dauer bei Laune gehalten werden können, wenn es mit dem angedachten Wechsel nicht klappt.

Die Stimmung könnte kippen, wie bei Sefer Emini, der im Winter vor einem Wechsel in eine größere Liga stand. Nach dem geplatzten Wechsel war bei dem Nordmazedonier nicht immer das gleiche Feuer in den Augen zu erkennen.

Noch kann aber in diesem Transferfenster viel passieren.