Das Wort zum Sonntag

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“

Veröffentlicht

Das Wort zum 2. Adventssonntag von Cornelia Simon.

Die Adventszeit ist die Zeit der Spiele: zum Beispiel die Suche nach der Mandel im Milchreis, das Pebernødder-Spiel. Nisse und Wichtel sind dazu da, alle im Haus ein wenig zu ärgern. Auch unsere traditionellen Krippenspiele sollen Spaß bringen. Weihnachten soll Freude machen, vor allem spaßig und lustig sein und friedlich selbstverständlich. Das ist eine Seite von Weihnachten.

Eine andere sind die alten Geschichten, die übers Jahr gut weggepackt waren. Manche erfinden auch neue Geschichten. Sie alle beginnen, wenn sie gut sind, zu leuchten und heller zu werden, je mehr wir davon erzählen. Dabei gibt es nicht die eine wahre und richtige Weihnachtsgeschichte. Selbst im Neuen Testament stehen verschiedene Geschichten.

Das Besondere aber ist: Für die meisten Menschen ist etwas dabei. Auch für die, die Weihnachten nur schwer ertragen können oder gar nervig finden. Auch für die, die sich Weihnachten irgendwie ausgeschlossen fühlen.

Die Heilige Familie ist da keine Ausnahme. Der missmutige Josef, dessen Freundin ein Kind erwartet, das nicht von ihm ist. Maria, die hochschwanger nach Bethlehem reist, mit einem Mann, der eigentlich vorhat, sie zu verlassen. Die Hirten, die Tag und Nacht Dienst tun, damit die Schafe gut versorgt sind. Die Sterndeuter, die fleißig und in Kleinarbeit den Himmel analysieren. Für Maria, Josef, die Hirten samt Sterndeutern kommt Weihnachten immer näher. Sie wissen es nur noch nicht.

Trotzdem, Advent ist auch anstrengend, der weite Weg nach Bethlehem, die Arbeit mit den Tieren auf dem Feld, die Beziehungsprobleme zwischen Maria und Josef. Die akribische Arbeit der Sterndeuter.

Es gibt aber auch die anderen Geschichten: Maria besucht ihre Cousine Elisabeth. Da hüpft das Kind in ihrem Bauch vor Freude. Das Kind hüpft und lacht im Bauch seiner Mutter. Es spielt, es hat Freude und Spaß. Elisabeth sagt zu ihrer Cousine Maria wunderbare Segensworte. Dann fängt Maria an zu singen und stellt mit einem Lied alle gewalttätigen Systeme dieser Welt auf den Kopf. So kann es Friede werden.

Allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten 2. Advent.

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Lukas 21,28