Meinung

„Realitätsverweigerung hilft niemandem – Sturmfluten sind keine Meinung“

Veröffentlicht Geändert
Peter Asmussen
Peter Asmussen

Peter Asmussen reagiert auf den Leserbrief von Paul Sehstedt vom 19. Oktober „Falschen Klimawandelalarm abblasen“: Diese Haltung sei verantwortungslos. Die Meinung von Peter Asmussen, Spitzenkandidat der SP für die Kommunalwahl.

Am 19. Oktober 2023 traf eine der schwersten Sturmfluten der letzten Jahrzehnte Apenrade. Fünf Vereine am Strandvej, darunter der Apenrader Ruderverein, standen buchstäblich im Wasser – Schäden, Verzweiflung und die bange Frage: Wie lange können wir das noch aushalten?

Vor diesem Hintergrund den Klimawandel kleinzureden, wie es Herr Sehstedt in seinem Leserbrief („Falschen Klimawandelalarm abblasen“, 23.10.) tut, ist verantwortungslos. Wer behauptet, die globale Erwärmung habe nichts mit der Zunahme von Sturmfluten und Extremwetterereignissen zu tun, ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse und verhöhnt zugleich die Betroffenen vor Ort.

Solche *pseudowissenschaftlichen Argumente* mögen in Internetforen bestehen – nicht aber angesichts der Realität an unserer Küste. Der Wasserstand steigt, die Sturmfluten kommen häufiger und härter – das ist keine Meinung, sondern messbare Tatsache.

Herr Sehstedts Beitrag zeigt Unkenntnis über die Lage der Vereine am Strandvej und die existenzielle Bedrohung, der sie ausgesetzt sind. Die rund 200 Mitglieder des Apenrader Rudervereins sehen die Wirklichkeit anders – und sie spüren sie auch, jedes Jahr aufs Neue. Wer sein ganzes Leben an dieser Küste verbracht hat, braucht keine Belehrung aus Jündewatt, wo man in sicherem Abstand vom Meer lebt.

Wir brauchen dringend wirksamen Küstenschutz – nicht aus „Alarmismus“, sondern um das Überleben gewachsener Vereinsgemeinschaften und unseres maritimen Stadtlebens zu sichern.
 

Peter Asmussen
Apenrader Ruderverein
Nørrehesselvej 40, 6200 Aabenraa
E-Mail: asmus.peter.asmussen@gmail.com
 

Die in diesem unaufgefordert eingesandten Beitrag vorgebrachten Inhalte wurden nicht von der Redaktion auf ihre Richtigkeit überprüft. Sie spiegeln die Meinung der Autorin oder des Autors wider und repräsentieren nicht die Haltung des „Nordschleswigers“.