Leserbrief

„Ohne gesellschaftliche Solidarität kommen wir nicht weiter“

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Großwindräder, Biogasanlagen und Solarparks stoßen vermehrt auf Widerstand in der Bevölkerung, während die Politik mit Scheuklappen das Null-CO2-Ziel verfolgt. Und das ohne Rücksicht auf die Folgen für die Umwelt, mein Paul Sehstedt.

Wenn zu Weihnachten reichlich Geschenke ausgetauscht werden, befinden sich sehr viele elektrische und elektronische Geräte unter ihnen. Die Auswahl ist riesig und alle haben gemeinsam, dass sie nur Vergnügen machen, wenn sie mit Strom angetrieben werden. Der Strombedarf ist stark ansteigend und nur wenige machen sich eine Vorstellung davon, wie hoch dieser eigentlich ist und künftig sein wird. Als 2018 bekannt wurde, dass verschiedene Anbieter insgesamt sechs Rechenzentren in Dänemark bauen wollten, errechnete die Energiebehörde (Energistyrelsen) einen Gesamtverbrauch von 17 Prozent der dänischen Energieproduktion. Bereits drei Jahre später besserte die Behörde die Zahlen nach: 25 Prozent der Produktion wurde von den Zentren geschluckt.

Der lebensnotwendige Strom muss produziert werden, doch der Widerstand gegen Energieanlagen ist wachsend, weil die Bürger sich bedroht sehen. Windräder und Solarparks sind keine Augenweide; sie sind eine visuelle Umweltbelastung. Sie sind nicht sonderlich wirtschaftlich und könnten durch platzsparende Anlagen wie Atomkraftwerke, Biogaswerke und Wasserturbinen ersetzt werden. Doch da geht das Gros der Politik und der Umweltorganisationen auf die Barrikaden.

Ein intensiver, landesweiter Ausbau von dezentralen Biogasanlagen könnte laut der Branche Dänemark problemlos mit Energie versorgen. Das geht aus einer Analyse der Süddänischen Universität (SDU) für die Energiebehörde hervor. Bereits heute werden 40 Prozent des dänischen Gasbedarfs durch Biogas abgedeckt und dies kann verdreifacht werden, weil Dänemark genügend geeignetes Material produziert. Die bis 2035 gesetzlich festgelegte durchzuführende Stilllegung von Gasheizungen ist laut einem Bericht der Umweltwirtschaftsweisen vom 12. Dezember 2025 kein Vorteil weder für das Klima noch für die Wirtschaft.

Windräder stehen bei Flaute still und Solaranlagen produzieren bestenfalls 25 Prozent ihrer installierten Kapazität. Beide Anlagen nehmen viel Platz auf und liefern keine stabile Produktion. Diese Probleme entstehen bei Biogasanlagen nicht. Deren Nachteil ist die laufende Anlieferung der Rohstoffe, doch dies lässt sich durch umsichtige Platzierung minimieren. 

Paul Sehstedt, Apenrade

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