Leitartikel

„Neues Führungstrio: Das braucht die SP jetzt“

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Wechsel: Die Schleswigsche Partei stellt sich für die Zukunft auf. Aber damit sind noch nicht alle Aufgaben gelöst, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Gewählt sind sie noch nicht, aber die Schleswigsche Partei (SP) bekommt im Frühjahr ein neues Führungstrio: Erwin Andresen, Dorthe Andresen und Randi Damstedt haben zugesagt, die Partei der deutschen Minderheit in Nordschleswig zu leiten. Die Erleichterung und der Optimismus sind in der Partei – und in der Minderheit – spürbar groß.

Seit 2022 hat Rainer Naujeck die Fäden in der Hand gehalten, zunächst kommissarisch, dann ließ er sich notgedrungen als Vorsitzender wählen – mit Arno Knöpfli und Christian Andresen an seiner Seite.

Bisher wollte niemand übernehmen – ein denkbar schlechtes Signal, nicht nur nach außen. Vor allem innerhalb der SP wollte keine Ruhe aufkommen, weil die ungeklärte Nachfolge ständig in den Parteireihen präsent war.

Rainer Naujeck, als Notlösung angetreten, war alles andere als ein zweitrangiger Ersatz. Zwar hält er sich am liebsten in der zweiten Reihe auf und arbeitet einer Leitung strategisch und praktisch zu, aber der inzwischen 70-Jährige ist das hochkarätige Schweizer Taschenmesser der Schleswigschen Partei und der Minderheit. Als zutiefst Loyaler, und das über Jahrzehnte, ist er aus der Partei- und Minderheitenarbeit nicht mehr wegzudenken.

Die SP war es ihrem bisherigen Vorsitzenden nun aber schuldig, eine Lösung für die Zukunft zu finden.

Mit dem 67-jährigen Erwin Andresen aus Uk (Uge) kann zwar nicht von einem Generationenwechsel die Rede sein, aber an Andresens Seite stehen eben auch die nächsten Generationen: Randi Damstedt (49) aus Tondern (Tønder) und Dorthe Andresen (21) aus Nolde.

Zusammengestellt und überzeugt wurde dieses Trio von Stephan Kleinschmidt, der 2025 als Wahlhelfer bei der Schleswigschen Partei angestellt war und quasi nebenbei vom BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen den Auftrag bekommen hatte, eine Lösung für den SP-Vorsitz zu finden. Mission gelungen.

Das Trio muss sich jetzt finden – intern in der Führung, aber auch im Zusammenspiel mit einer neuen Hauptvorsitzenden oder einem neuen Hauptvorsitzenden. Büchereidirektorin Claudia Knauer und eben auch Stephan Kleinschmidt stehen bei der BDN-Delegiertenversammlung im Juni zur Wahl.

Zudem muss die Schleswigsche Partei jetzt – wo die Führungskräfte feststehen – eine neue Richtung finden. Wie will sie in politischen Fragen agieren? Wann vertritt die SP und wann der BDN die deutsche Minderheit in der Öffentlichkeit? Wie agiert die Führung gemeinsam mit den SP-Kräften vor Ort? Das Zusammenspiel in der Minderheit ist für die interne Harmonie und die Durchschlagskraft nach außen entscheidend.

Die Spitze steht, aber die Grundlage der politischen Arbeit muss – nach den Kommunalwahlen im November – ebenfalls neu aufgestellt werden. Nicht von Grund auf, denn die SP weiß, wo und wofür sie steht. Aber die Linien innerhalb der Partei und der Minderheit müssen neu gezeichnet werden – jetzt mit neuer Führung sowie einem spürbaren Aufbruchsgeist und Optimismus.