Leserbrief

„Neue Wohnformen für mehr Sicherheit und Gemeinschaft im Alter“

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In Sonderburg sind in den vergangenen Jahrzehnten neue Wohngebiete entstanden, unter anderem am Stadthafen.

Die Schleswigsche Partei schlägt alternative Wohnkonzepte für ältere Menschen in Sonderburg vor. Ziel ist es, Sicherheit und Gemeinschaft zu stärken und die Überlastung von Angehörigen sowie Pflegekräften zu mindern, schreibt Gerhard Bertelsen.

Seit Jahrzehnten stellt die häusliche Pflege einen großen Fortschritt dar. Sie ermöglicht es Seniorinnen und Senioren, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben und dabei Selbstbestimmung, Würde und Freiheit zu bewahren. Die Realität zeigt jedoch, dass diese Lösung Grenzen hat: Viele ältere Menschen erleben kurze Besuche, fühlen sich einsam und sind im Alltag unsicher. Angehörige befinden sich unter Druck, und Beschäftigte in der häuslichen Pflege – sowohl Fachkräfte als auch Hilfskräfte – müssen tagtäglich aufs Neue versuchen, allen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Schleswigsche Partei spricht sich dafür aus, neue Wege zu denken und dabei Qualitäten wiederzuentdecken, die mit den klassischen Altenheimen verloren gingen. Hier wohnten Seniorinnen und Senioren mit anderen zusammen, erhielten bedarfsgerechte Unterstützung und genossen rund um die Uhr Sicherheit – ohne dass es wie ein Pflegeheim wirkte. Heute herrscht ein Mangel an Sozial- und Pflegefachkräften sowie an Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern. Eine aktuelle Erhebung verdeutlicht, dass viel zu viele das Berufsfeld wegen zu hoher Belastung verlassen. Zahlreiche Lösungsvorschläge blieben bisher ohne ausreichenden Erfolg.

Neue Formen von Sicherheit und Gemeinschaft sind gefragt: Wohnprojekte für Seniorinnen und Senioren, betreute Wohnungen und kleinere Einheiten, in denen gemeinsame Unterstützung und Zusammenleben möglich sind – ohne Verlust der persönlichen Freiheit. So können ältere Menschen einander im Alltag beistehen und durch Gemeinschaft neuen Sinn finden. Dies erweist sich als wertvoll und notwendig, zumal Personal fehlt und die vorhandenen Kräfte sinnvoll eingesetzt werden müssen. Die Schleswigsche Partei engagiert sich für ein ausgewogenes Miteinander – zum Wohl der älteren Menschen, der Angehörigen und der Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter in der Pflege.

Gerhard Bertelsen, Stadtratskandidat für die Schleswigsche Partei, Sonderburg

 

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