Das Wort zum Sonntag

„Luft holen – 7 Wochen ohne Panik…“

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… so lautet das Motto der diesjährigen evangelischen Fastenaktion „7-Wochen -ohne“, mit dem sich Anke Krauskopf in ihrem Wort zum Sonntag befasst.

Leichter gesagt als getan, denke ich. Ich habe mich angemeldet, bekomme jede Woche einen Fastenbrief per E-Mail zugeschickt. Ein jeder mit einem Thema und einem Bibelwort. „Fenster auf“ „Seufzen“, „Singen“, „Frischer Wind“, „Dicke Luft“, „Ruhe finden“ und „Osterwunderluft“.

Wir leben in atemlosen Zeiten momentan. Jeder neue Morgen fordert aufs Neue heraus: Kanada, Grönland, Deutschland, Türkei, Ukraine, Israel. Bei dem Tempo der Veränderungen kann einem schon der Atem stocken, die Luft wegbleiben, man hält den Atem an, gerät außer Atem. Hat Schnappatmung. Wer heute noch Freund, Verbündeter, Partner war, ist morgen Gegner oder Feind sogar. Wie geht es weiter mit Europa? Wie steht es um Demokratie und Freiheit? Es würgt einen, es fühlt sich an, als drehe jemand einem die Luft ab. Wer dabei in Panik gerät – ich kann es verstehen. Wie kommen wir aber wieder zu Atem?

Wir brauchen Pausen. Atempausen. Möglichkeiten zum Durchatmen. Orte, Räume, Menschen, die Geborgenheit und Sicherheit geben können. Seelentankstellen. Macht mal das Fenster auf, sperrangelweit. Lasst den ganzen abgestandenen Mief raus, auch aus den Lungen und macht ein Geräusch dazu. Seufzt, was das Zeug hält, und macht einen tiefen Atemzug oder zwei. Lasst die frische Luft, den Sauerstoff hinein. Spürt die neue Lebenskraft im ganzen Körper, in jeder Zelle und dann singt, wozu ihr Lust habt. Choräle oder Schlager, Jazz, RAP oder Rock´n´Roll, Schubert oder Beatles, Arien oder Kinderlieder.

Wir sind auf halbem Weg nach Ostern. Der Sonntag Lätare wird auch „kleines Ostern“ genannt.

Ein Hauch von Ostern lässt sich heute schon erahnen. Sonnenschein und Frühlingsluft, und die Hoffnung darauf, dass der Atem Gottes es durch alle noch so engen Ritzen schaffen wird. Und auch durch alle Poren. Damit wir erfüllt werden vom frischen Atem Gottes und vertrauen lernen, dass immer wieder ein Neuanfang möglich ist.

„Schickst du deinen Lebensatem aus, dann wird wieder neues Leben geboren. So machst du das Gesicht der Erde neu“, seufzt und singt der Psalmbeter über Gott. (Ps.104,30)

Gesegneten Sonntag.