Wort zum Sonntag

„Hundert Wege Gott zu finden“

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Marmeladenbrot, Schneespaziergang, Stoßseufzer zwischendurch: In ihrem „Wort zum Sonntag“ zeigt Christiane Stahlmann, die neue Hauptpastorin der Sankt Petri Gemeinde in Kopenhagen, wie überraschend und alltagsnah Begegnungen mit Gott sein können – und was sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden für ihr Jahr vorgenommen haben.

„100 Wege Gott zu finden“ steht auf einer Karte, die mir eine Freundin geschickt hat – hundert Ideen, wie ich was von Gott entdecken kann, mittendrin im Leben. Zum Beispiel so:

In einem Puzzle Teil für Teil aneinanderfügen, sehen, wie sich Stück für Stück das Bild zusammensetzt – Wolken am Himmel, die Silhouette einer Stadt, ein Gesicht. Vor dem Rechner versumpfen, sich in Wikipedia von Artikel zu Artikel treiben lassen und darüber staunen, was es alles so gibt auf der Welt. Ein duftendes Toastbrot mit Butter und Erdbeermarmelade bestreichen und dann den ersten Bissen nehmen. Mmh … Sich ausschütten vor Lachen bis die Tränen kommen, auch wenn der Anlass vielleicht gar nicht so witzig war. Mal fünfe gerade sein lassen. 17 Minuten auf einem Stuhl sitzen und gar nichts tun. Zu jemandem freundlich sein, einfach so. Einen Widerspruch aushalten. Ins Krankenhaus gehen und jemanden besuchen. Einfach mal so tun, als sei Gott da und schauen, was passiert.

All das sind Möglichkeiten, Gott zu begegnen, überraschend, anders als erwartet. Natürlich gehört da auch das Gespräch mit Gott dazu, als ruhiges Gebet am Abend oder als Stoßseufzer und geflüstertes „Danke“ zwischendurch. Ein Gottesdienst am Sonntag oder das Schmökern in der Bibel.

Mit dem neuen Schuljahr hat bei uns in der deutschsprachigen Sankt Petri Gemeinde in Kopenhagen ein neuer Konfikurs begonnen. Die 16 Jugendlichen haben sich alle etwas ausgesucht, was sie im nächsten Jahr ausprobieren wollen. „Brot backen“ steht hoch im Kurs, weil da doch was war mit Jesus und dem Brot des Lebens. „Im Schnee spazieren gehen“, sagt eine Konfirmandin, weil die Welt dann so leise und neu ist wie am Anfang. „Vor einem Fußballspiel ein Kreuz auf den Rasen zeichnen“ – um Kraft zu bekommen für das, was kommt, sei es Sieg oder Niederlage. Einer wünscht sich, dass er von Gott träumt und der dann mit ihm spricht, so wie das Menschen in der Bibel erlebt haben.

Welchen Weg auch immer die jungen Menschen wählen – ich bin gespannt auf ihre Erfahrungen bis zur Konfirmation. Vielleicht habt Ihr ja auch Lust, mal etwas Neues auszuprobieren und die Augen nach Gott offen zu halten?

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