Leserbrief

„Gemeinsam Verantwortung tragen – mit Herz und Verstand“

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Peter Asmussen (Schleswigsche Partei) ruft in seinem Leserbeitrag dazu auf, in Sachen Schulschließungen gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Als Mitglied des Hauptvorstandes des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), als Kandidat der Schleswigschen Partei (SP) zur Kommunalwahl 2025 und als Angehöriger unserer deutschen Minderheit mache ich mir viele Gedanken über die Lage, die durch die angekündigten Schließungen der Einrichtungen in Lunden und Rapstedt in den letzten Wochen entstanden sind.

Schwierige Entscheidungen türmen sich auf – für die Verantwortlichen ebenso wie für die betroffenen Familien, Lehrerinnen und Lehrer. Ich sehe, wie viel Herzblut für die Sache und die lokalen Gemeinschaften auf dem Spiel steht.

Von meiner persönlichen Warte hat der Name Rapstedt eine ganz besondere Bedeutung: Mein Urahn Anthoni Cornelsen (1849-1932) stammte aus Rapstedt und gilt als einer der Gründerväter unserer Familie. Seine deutsch-nordschleswigsche Gesinnung hat Generationen geprägt – auch mich. Darum hat dieser Ort in meiner Familie einen besonderen Klang.

Es ist mir daher nicht gleichgültig, wenn ich von der schwierigen Lage der dortigen schulischen Einrichtungen höre. Uns allen im Hauptvorstand ist bewusst, dass wir eine übergeordnete betriebswirtschaftliche Verantwortung tragen, die komplex und herausfordernd ist. Aber ebenso klar ist mir, dass unsere Minderheit nur dann Zukunft hat, wenn das Engagement der Menschen an der Basis – Lehrerinnen und Lehrern, Pädagogen, Eltern, Kindern und Freiwilligen – in gleicher Weise gewürdigt und gestärkt wird.

Ich möchte in diesem Zusammenhang ausdrücklich Schulleiter Jan Röhrig danken, der mit Besonnenheit, Mut und klarem Blick für die Realität argumentiert hat. Ebenso verdienen die ehemaligen Schulleiterinnen Susanne Scheller und Elke Bundgaard Anerkennung. Ihr offener Leserbrief hat viele Fragen gestellt, die gehört werden müssen, und er hat mit Nachdruck gezeigt, dass es in Rapstedt und Lunden um mehr geht als um Zahlen: Es geht um Vertrauen, Zusammenhalt und Zukunft.

Deshalb schließe ich mich meinen politischen Kollegen Kurt Asmussen und Erwin Andresen an, um nach Wegen zu suchen, die Situation in Rapstedt in eine konstruktive Lösungsphase zu bringen – im Dialog zwischen den Verantwortlichen im BDN und DSSV und den Menschen vor Ort. Wir brauchen beides: betriebswirtschaftliche Vernunft und menschliche Nähe.

In meinem Gastkommentar im Nordschleswiger habe ich mich kürzlich mit dem Begriff „Ohnmacht“ nach dem Philosophen und Publizten Mathias Greffrath beschäftigt – ein Gefühl, das unsere Lage vielleicht treffend beschreibt, das mich aber zugleich ermutigt hat. Denn aus dieser Ohnmacht kann etwas Positives erwachsen: die Kraft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Wir müssen alles tun, um unseren Zusammenhalt zu bewahren – das ist mein innigster Wunsch und mein Antrieb für meine politische Arbeit in unserer Minderheit.

Apenrade, Oktober 2025

Peter Asmussen, Mitglied des Hauptvorstandes des BDN, Kandidat der Schleswigschen Partei (SP) zur Kommunalwahl 2025

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