Kommentar

„Drei Monate, viele Begegnungen und ein Gefühl von zu Hause“

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Drei Monate Redaktionspraktikum gehen für Miriam Hätscher zu Ende. Wie Nordschleswig dafür gesorgt hat, dass ihr Heimweh schnell keine Chance mehr hatte und was der „Nordschleswiger“ damit zu tun hat, verrät die Praktikantin in ihrem Kommentar.

Wer von der Hochschule Magdeburg-Stendal noch einen Platz für sein Auslandspraktikum sucht und zu jedem kleinen Anlass mit Kuchen verwöhnt werden möchte, sollte sich durchaus hier nach Nordschleswig verirren. Ich erwähne meine Hochschule extra, da unsere Studierenden sich beim „Nordschleswiger“ mehr oder weniger die Klinke in die Hand geben.

So kam es auch im Sommer, dass mir der ehemalige Praktikant und Kommilitone von mir, Erik, „eine wirklich tolle Zeit“ in der Redaktion und in Dänemark versprochen hat. Ich habe ihm einfach mal geglaubt.

Abenteuer Nordschleswig

Anfang September ging es für mich dann raus aus der Heimat und ab nach Nordschleswig. Das erste Mal so richtig weg von zu Hause und dann auch komplett allein. 

Der „Heimscheißer“ in mir machte es mir wirklich nicht leicht, mich auf das Abenteuer einzulassen. Meine Freunde, mit denen ich mich innerhalb von zehn Minuten zum gemeinsamen Abendessen verabreden konnte, waren jetzt circa fünf Stunden Autofahrt entfernt. Und auch meine Eltern, die ich noch nie länger als eine Woche nicht gesehen habe, bringen mir jetzt nicht einfach ungefragt Dinge aus dem Supermarkt vorbei.

Doch sobald ich dann eigene Aufgaben in der Redaktion des „Nordschleswiger“ hatte, verflog das Heimweh wie im Flug. Ich freute mich auf die Arbeit und auch darauf, durch verschiedenste Termine das Grenzland und die Menschen hier kennenzulernen.

„Jeder kennt jeden“-Phrase?

Ich habe in den vergangenen drei Monaten viele Menschen kennengelernt. Ausnahmslos alle haben gefragt, ob ich mich gut eingelebt habe. „Es fällt einem nicht schwer, da alle Leute so freundlich sind“, habe ich immer geantwortet. Ich habe hier nicht einen Menschen kennengelernt, der mich nicht mit offenen Armen empfangen und mir meine, manchmal auch klischeehaften, Fragen beantwortet hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Person, die hier lebt oder wie ich für ein Praktikum hier war, meinen nächsten Satz bestätigen kann: Hier kennt jeder jeden.

In meiner ersten Woche habe ich eine Tour durch die Region um Apenrade von meinem Chef Gwyn Nissen bekommen. Er konnte mir förmlich von jedem Haus erzählen, wer dort wohnt und was die Person beruflich macht. Ich dachte erst, er weiß das, weil er von hier kommt und gerade als Chefredakteur viel mit den Leuten von hier zu tun hat. Aber auch zugezogene Kolleginnen oder Kollegen oder Leute, die in Flensburg und Umgebung leben, kennen hier gefühlt alle. Irgendwie schön, dass es hier nicht einfach nur eine Phrase ist. 

Eine Sache, die es hier auch sehr angenehm macht: Der Kuchen. Eine Sache, die bestimmt von jedem erwähnt wird, aber es ist wirklich so. Sei es bei irgendwelchen Festen oder auch manchmal „einfach nur so“ zur Mittagspause in der Redaktion. Was ich in 12 Wochen an Kuchen gegessen habe, sprengt meinen Durchschnitt für das gesamte Jahr. Aber auch was das angeht, muss ich wohl oder übel der Masse zustimmen: Es ist wirklich immer sehr lecker.

Lieber „Nordschleswiger“,…

Abschließend muss ich aber auch besonders die Menschen vom „Nordschleswiger“ erwähnen. Ihr habt dafür gesorgt, dass ich mich hier zu Hause gefühlt habe. Ich durfte viel von euch lernen, sei es, wenn es darum geht, wie ich Überschriften formuliere, oder einfach, wenn es darum geht, wie ein gutes Klima in einer Redaktion herrscht. Ich habe selten so aufrichtig nette Menschen kennengelernt, die es mir so schwer machen, wieder zur Hochschule zu gehen. 

Ich wünsche der „Nordschleswiger“-Redaktion nur das Beste und allen zukünftigen Praktikantinnen und Praktikanten viel Kuchen und viele tolle Erfahrungen. Mit Sicherheit werden wir uns irgendwann noch einmal wiedersehen.

Ach, und noch eine Sache: Wenn es mal wieder so aussieht, als würde alles auf dem Kopf stehen und nichts nach Plan laufen, denkt immer daran: „Wir schaffen das schon und alles wird gut.“ ;)