Das Wort zum Sonntag

„Drei Könige oder das Licht der Welt“

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Pastor Jonathan von Hardt schreibt in seinem Wort zum Sonntag über den Drei-Königs-Tag, der eigentlich das Fest „Epiphanias“ ist.

Am 6. Januar feiern wir den Dreikönigstag, mit dem die Weihnachtszeit endet. Besonders in Süddeutschland hat sich um dieses Fest eine reiche Tradition entwickelt. 

Aber eigentlich ist der 6. Januar nicht das Fest der Heiligen Drei Könige, die den neugeborenen Jesus Christus an der Krippe besuchen. Es ist das Fest „Epiphanias“. Das ist griechisch und heißt „Erscheinung“; und gemeint ist, dass Jesus Christus als Licht für die Welt erschienen ist. 

„Epiphanias“ oder „Dreikönig“, das ist also die Frage. In einer Kirche in Autun in Frankreich gibt es ein wunderschönes Kapitell, das die drei Könige schlafend zeigt. Der Engel Gottes erscheint ihnen im Traum und befiehlt ihnen, nicht zu Herodes zurückzukehren. Und der Teppich, unter dem die Könige schlafen, sieht auf diesem Kapitell aus wie ein riesiger zusammengeklappter Pfannkuchen. 

Meine Eltern hatten jahrelang ein Bild dieses Kapitells in ihrem Schlafzimmer hängen, und ich liebte als Kind dieses Bild wegen der Pfannkuchendecke. Heute liebe ich dieses Bild, weil auf ihm beides zusammen dargestellt wird: die drei Könige und das Erscheinen Gottes in Form des Engels. Er zeigt auf einen Stern. Und dieser Stern ist der Hinweis auf Jesus. 

Die drei Könige und das Erscheinen Jesu auf der Erde gehören zusammen. Denn die drei Könige haben verstanden, worauf es ankommt: Jesus ist der, den wir sehen wollen und den wir suchen müssen. Dafür haben die drei keinen Weg und keine Mühe gescheut. Und das verbindet uns mit ihnen: Auch für uns ist Jesus gekommen, und auch von uns will er gesucht und gefunden sein. 

Wir müssen dafür aber keine besonders weiten Wege zurücklegen. Es reicht, wenn wir die 30 Zentimeter zwischen Kopf und Herz überbrücken. Wenn aus dem Aufnehmen des Unvorstellbaren Glaube wird: Jesus ist zu uns in die Welt gekommen, er ist als Licht in unserer Dunkelheit erschienen, um alles zu überwinden, was uns von Gott, von anderen Menschen, aber auch von uns selbst trennt. 

Die Weihnachtszeit ist bald vorbei. Aber Jesus als Licht leuchtet weiter. In unseren Herzen und in der Welt. 

Herzlich grüßt euch euer Pastor Jonathan von der Hardt aus Süderwilstrup.