Wort zum Sonntag

„Der Mann hinter „Laudato si“ und sein Einsatz für den Frieden“

Veröffentlicht

Ole Cramer erinnert an Franz von Assisi. Ihn kennt man nicht nur aufgrund seines Morgengesangs, an den das bekannte Lied „Laudato si“ angelehnt ist, sondern auch als Schutzpatron der Umwelt und Tiere.

In der Mitte Italiens liegt die Region Umbrien. Dort erhebt sich an einem Berghang die kleine Stadt Assisi. Bekannt ist sie wegen Franz von Assisi. Er wurde Ende des 12. Jahrhunderts als Sohn eines reichen Tuchhändlers geboren.

Wie andere junge Männer seiner Zeit träumte er davon, ein Ritter zu werden. Und so zog er eines Tages in den Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia. Das endete damit, dass Franz in Gefangenschaft geriet und wohl mehr als ein Jahr im Kerker saß.

Dieses Erlebnis veränderte Franz von Grund auf. Er zog sich in der folgenden Zeit zurück in die Einsamkeit und lebte als Einsiedler vor den Stadtmauern. Sein Essen erbettelte er sich von Haus zu Haus. Genauso erbettelte er Baumaterial, um eine kleine zerfallene Kirche wieder aufzubauen.

Viele Legenden gibt es über Franz von Assisi – vor allem über ihn und die Tiere. So soll er den Vögeln gepredigt und die Bürger der Stadt Gubbio vor einem Wolf gerettet haben. Franz nannte alle Geschöpfe Gottes seine Schwestern und Brüder. Bis heute gilt er darum als Schutzpatron der Umwelt und der Tiere.

Bekannt ist auch sein „Sonnengesang“, in dem Franz Gott lobt und preist für die Schöpfung. Eine nachgedichtete Version hat es bis in unser Gesangbuch geschafft. „Laudato si“ heißt es, und es wird vor allem von Kindern und Jugendlichen immer wieder gerne gesungen.

Weniger bekannt ist vielleicht, dass Franz im Jahr 1219 während des 5. Kreuzzuges nach Palästina und Ägypten reiste. Dort predigte er im Lager des Sultans, um ihn zum Christentum zu bekehren und um Frieden zu schaffen. Man sagt, der Sultan sei sehr beeindruckt von ihm gewesen, doch Franz konnte die folgende Schlacht nicht verhindern.

Trotzdem beeindruckt mich diese Geschichte sehr, denn sie zeigt mir, dass man immer versuchen sollte, sich für den Frieden einzusetzen, auch wenn es noch so aussichtslos erscheint.

Einen gesegneten Sonntag wünscht,

Pastor Ole Cramer, Tingleff