Literatur

Buchtipps für den Herbst: Das lesen Lucas, Frida und Annemarie

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Lucas Søndergaard, Frida Vloet (Mitte) und Annemarie Tvede Hansen

Literatur: Welche Bücher lesen junge Leute? Vier Schülerinnen und Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswigs erzählen, welches Buch sie gerne weiterempfehlen möchten und was diese Geschichte für sie besonders macht.

Den Kopf freibekommen – dem schlechten Wetter gedanklich entfliehen: Der Herbst lädt dazu ein, es sich mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Auch junge Leute wissen zu schätzen, was ein Buch bewirken kann – BookTok sei Dank. „Der Nordschleswiger“ hat einige Schülerinnen und Schüler des DGN nach ihren Lesetipps gefragt.

Lucas Søndergaard: Morrie und die Suche nach dem Sinn des Lebens

„Ich möchte mein Lieblingsbuch Tuesdays with Morrie (Dienstags bei Morrie, Anmerkung der Redaktion) von Mitch Albom empfehlen“, sagt Lucas Søndergaard. In der Erzählung geht es um einen Professor, der sich damit abgefunden hat, dass er im Sterben liegt, und um seinen ehemaligen Schüler, der ihn dienstags besucht. An diesen Tagen sprechen sie über die großen und kleinen Themen des Lebens.

Empfohlen hat ihm das Buch seine Schwester – und der letzte Anstoß kam in einer Warteschlange zu einem Konzert, als eine fremde Frau begeistert meinte, wie schön es sei, dass junge Leute dieses Buch heute noch lesen. „Da dachte ich mir, das muss ich auch lesen“, erzählt der 17-Jährige. Die Sprache fand er leicht verständlich, auch auf Englisch, aber die Themen seien tiefgehend.

„Ich möchte es jungen Menschen empfehlen, die vielleicht auch wie ich die Frage haben: ‚Ok, was soll ich jetzt mit meinem Leben? Was ist der Sinn des Lebens?‘“

Annemarie Tvede Hansen: Über Beziehungen, Identität und das Erwachsenwerden

Originaltitel: Tuesdays with Morrie – An Old Man, a Young Man, and Life’s Greatest Lesson
Autor: Mitch Albom
Übersetzer: Bernhard Robben
Deutscher Titel: Dienstags bei Morrie – Die Lehre eines Lebens
Erscheinungsjahr: 1997 (USA), 1998 (Deutschland)
Verlag (DE): Goldmann Verlag
Seitenzahl: ca. 208 Seiten

„Es ist ein ruhiges Buch, das zeigt, wie schwierig die Umstellung von der Schule zur Uni ist“, erzählt Annemarie über das Buch Normal People (Normale Menschen, Anmerkung der Redaktion) von Sally Rooney.

Das Buch habe die 17-Jährige besonders deswegen fasziniert, weil sie sich so gut mit den beiden Hauptcharakteren identifizieren konnte.

Die Geschichte handelt von Marianne und Connell zwischen denen sich eine komplexe und heimliche Beziehung entwickelt, die sich über mehrere Jahre von der Schulzeit bis zum College weiterentwickelt. Die Rollen der beiden verändern sich in der Zeit immer wieder. Marianne, die in der Schule als Außenseiterin gilt, findet an der Universität ihr Selbstbewusstsein, und der früher beliebte Connell sucht nach seinem Platz in der Welt.

Die große Besonderheit des Buchs: Es gibt keine Anführungszeichen bei wörtlicher Rede. „Es ist etwas ungewohnt, aber interessant“, stellt Annemarie fest. Denn es gibt einen Grund für diesen Schreibstil, der sich beim Lesen erschließt ... 

Frida Vloet: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen. – Wenn das Leben nicht perfekt ist

Originaltitel: Normal People
Autorin: Sally Rooney
Übersetzerin: Zoë Beck
Deutscher Titel: Normale Menschen
Erscheinungsjahr: 2018 (Irland), 2020 (Deutschland)
Verlag (DE): Luchterhand Verlag
Seitenzahl: ca. 320 Seiten

„Ich mag, dass das Buch ernster ist und man die Charaktere dabei begleitet, wie sie über sich hinauswachsen müssen“, erzählt Frida. Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen. von Ava Reed hat die 17-Jährige in ihren Bann gezogen. Die Geschichte zwischen psychischen Erkrankungen und Selbstfindung hat sie begeistert.

Leni und Matti lernen sich in der Psychiatrie kennen. Leni leidet an Depressionen und Angstzuständen, und Matti „hat ein ganz anderes Päckchen zu tragen“. Sie entschließen sich, gemeinsam aus der Einrichtung auszubrechen. Sie werden jedoch schnell von der Realität eingeholt.

„Das Buch ist sehr realistisch geschrieben und bietet auch Spielraum, die Geschichte selbst zu interpretieren“, sagt Frida. Sie empfiehlt das Buch all denjenigen, die bereit sind, auch mal ernstere Sachen zu lesen und kein klassisches Happy End zu bekommen. Es biete gleichzeitig auch einen Ansporn, über sich selbst hinauszuwachsen, so die Schülerin.

Originaltitel: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.
Autorin: Ava Reed
Erscheinungsjahr: 2019 (Deutschland)
Verlag (DE): Ueberreuter Verlag
Seitenzahl: ca. 320 Seiten