Wort zum Sonntag

„Am Ende des Kirchenjahres“

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Hauke Wattenbergs widmet sein Wort zum Sonntag, zum Totensonntag, jenen Menschen von denen wir in früheren Jahren und auf anderen Friedhöfen Abschied genommen haben.

Nach dänischer Tradition gedenkt man der Verstorbenen an Allehelgen, dem ersten Sonntag im November. Im deutschsprachigen Teil der Folkekirke und in der Nordschleswigschen Gemeinde folgen wir der deutschen Tradition und nennen die Namen der Verstorbenen am letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Totensonntag, bzw. Ewigkeitssonntag. Dazu entzünde ich noch eine weitere Kerze für die, von denen wir in früheren Jahren und auf anderen Friedhöfen Abschied genommen haben und die wir immer noch vermissen.

Rebekka Lenz, die Pröpstin von Flensburg, sagte neulich in einer Andacht: „Glaube, Liebe, Hoffnung haben ihre drei Symbole: Der Glaube hat das Kreuz, die Liebe das Herz und zur Hoffnung gehört der Anker. Das ist der feste Halt, um den das Schiff frei schwojen kann. Aber man sieht ihn nicht, er liegt tief unter der Wasseroberfläche.“

Ein gutes Bild auch für den letzten Sonntag im Kirchenjahr, wenn man der Toten gedenkt und sich noch einmal zurückerinnert an den Tag der Beerdigung und an die vielen Tage der gemeinsamen Zeit. Hoffnung – in diesem Zusammenhang Hoffnung auf Auferstehung – ist nichts, was im täglichen Leben andauernd präsent ist. In diesen letzten Tagen des Kirchenjahres aber kann einem bewusst werden, dass wir gehalten sind. Gehalten durch den Tod hindurch.

Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis bleiben, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Dieses Versprechen gilt. Der Anker hält.

Ich wünsche euch Gottes Segen in diesen Tagen!

Hauke Wattenberg

Sonderburg