Leserbrief

„Minderheitenpolitik heißt Brücken bauen, nicht Grenzen ziehen“

Veröffentlicht Geändert

Leif Curdes reagiert auf den Leserbrief von Niels Benjamin Sørensen, der behauptet, die Schleswigsche Partei vertrete nicht alle Deutschen in Dänemark.

Niels Benjamin Sørensen meint, die Schleswigsche Partei vertrete nicht alle Deutschen in Dänemark. Das ist richtig – und zugleich völlig selbstverständlich. Wir vertreten keine Gruppe exklusiv, sondern eine Haltung: Offenheit, Teilhabe und Verantwortung für das Miteinander in Nordschleswig. Die SP ist die politische Stimme der deutschen Minderheit – und darüber hinaus eine Partei für die ganze Region. Wir stehen für Gleichberechtigung, Vielfalt und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Minderheitenpolitik bedeutet für uns: Identität stärken, Teilhabe sichern, Brücken bauen.

 Dass wir uns für Integration und gegenseitigen Respekt einsetzen, ist nicht unbedingt ein Zeichen von „Linkssein“, sondern Ausdruck demokratischer Reife. Sonderburgs Stärke liegt nämlich darin, dass hier Zugehörigkeit zählt – nicht Herkunft. Wir kämpfen für gleiche Bedingungen für deutsche Einrichtungen, für deutschsprachige Pflegeangebote, für Willkommenskultur und für die Unterstützung des Dänischunterrichts an unseren Schulen. Das ist praktische Politik, nicht Ideologie.

Minderheitenpolitik ist kein Rückzug in die eigene Ecke, sondern ein Angebot zum Mitgestalten. Wer das schwächt, schwächt das Miteinander. Die SP steht für eine Minderheit, die Verantwortung übernimmt – und für ein Nordschleswig, das aus Vielfalt seine Stärke zieht.

Leif Curdes, Stadtratskandidat für die Schleswigsche Partei; Gl. Færgevej 83, Gråsten

Die in diesem Leserbeitrag vorgebrachten Inhalte wurden nicht von der Redaktion auf ihre Richtigkeit überprüft. Sie spiegeln die Meinung der Autorin oder des Autors wider und repräsentieren nicht die Haltung des „Nordschleswigers“.