Leserbrief

„Institutionen in Lunden und Rapstedt“

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Trotz persönlicher Unbetroffenheit fordert Gerhard Jacobsen: Die Minderheit muss bei den bedrohten Einrichtungen in Lunden und Rapstedt gemeinsam handeln.

Seit dem Tag, wo ich zum ersten Mal von der Ankündigung erfahren habe, dass die Institutionen in Lunden und Rapstedt in Gefahr sind, vor dem Aus zu stehen, habe ich innerlich das Bedürfnis gehabt, helfen zu müssen.

Aber warum eigentlich! Es geht mich doch eigentlich nichts an. Ich habe keinen Bezug zu diesen Einrichtungen und kenne auch nicht die genauen Begründungen im Detail, dass ich mir erlauben kann, ein Urteil abzugeben.

Ich habe an die Kinder und Familien gedacht, was so eine drastische Entscheidung für sie bedeuten kann und vielleicht für einige sehr eingreifende Konsequenzen hat. Ich kann das aus meiner beruflichen Erfahrung sicherlich gut einschätzen. Auch dass viele Eltern mit Bedacht gerade diese Institutionen gewählt haben, und jetzt bitter enttäuscht werden, spielt eine große Rolle.

Vielleicht ist auch gerade meine Generation jetzt aufgerufen, Flagge zu zeigen. Wir waren die Vorzeige-Minderheit, die vom Kindergarten, Schule, Sportverein und vielem mehr, alles an Unterstützung und Erlebnissen erfahren durften.

Wir spüren die Minderheit, und daher ist es gut, dass wir merken, dass wir, wenn andere jetzt in Not geraten, zusammenstehen müssen. Das ist eine riesengroße Chance für die Minderheit, die nicht ungenutzt bleiben darf.

Wir kommen nicht drumherum, dass Gelder gefunden werden müssen. Ich musste an fantastische Hilfeleistungen von Mærsk Mc-Kinney Møller denken, der in der dänischen Minderheit Schulen mit großer finanzieller Unterstützung geholfen hat.

Wo könnten wir in Nordschleswig ähnliche Unterstützer finden? Mir fallen da schon einige Namen ein. Gerade auf Alsen sollte doch der Versuch unternommen werden, auf gewisse Personen zuzugehen, da dies durchaus im gegenseitigen Interesse sein kann. Ein gebürtiger Rapstedter, der in Deutschland ein großes Unternehmen aufgebaut hat, ebenso.

Dazu gibt es zahlreiche Stiftungen in Dänemark, die mit großer Wahrscheinlichkeit helfen werden. 

Zurück zu meiner Generation. Ob BDN og DSSV, ladet uns doch ein zu einem Brainstorming! Es gibt viele schlaue Köpfe, die wie ich ein Verantwortungsgefühl in sich tragen sollten, um zu helfen. Der Versuch wäre es zumindest wert. 

Gerhard Jacobsen
Egernsund

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