Leserbrief

„Falschen Klimawandelalarm abblasen“

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Paul Sehstedt widerspricht der von SP-Kandidat Peter Asmussen in einem Leserbrief vertretenen These, dass das Hochwasser 2023 an der Ostseeküste ein Beleg für den Klimawandel sei. In seinem Leserbrief analysiert er die Ursachen der Sturmflut und fordert eine nüchterne Debatte ohne Alarmismus – sowie mehr Eigenverantwortung bei Küstenschutz und Vorsorge.

In einem Leserbrief verquickt Peter Asmussen das Hochwasser oder die Sturmflut von 2023 mit dem Klimawandel und fordert, dass die Kommune ihre Küsten schützen soll. Das Hochwasser wurde durch eine Wetterlage verursacht, die das Meerwasser in den Botnischen Meeresbusen staute, und beim Abflauen strömten die Wassermassen wieder zurück. Die Meeresengen Großer und Kleiner Belt sowie der Öresund blockierten den Strom, und daher stieg der Pegel entlang der Ostseeküsten an. Überflutungen der niedrig gelegenen Küstenstrecken waren die Folge und erreichten in Apenrade 2,07 Meter über dem Mittleren Hochwasser, (DVR oder DNN). Das sind 1,28 Meter niedriger als das Hochwasser am 13. November 1872.

Seit spätestens dieser verheerenden Sturmflut ist in Apenrade bekannt, wie hoch das Fördewasser ansteigen kann. Trotzdem wurden die Küstenstrecken bebaut und das Risiko der Überschwemmung in Kauf genommen oder einfach ignoriert. Die meisten natürlichen Küstenabschnitte der Kommune Apenrade sind so beschaffen, dass sie nur schmale Strandstreifen aufweisen und hinter ihnen das Gelände steil ansteigt. Dort Küstenschutz zu betreiben, wäre unsinnig und mit Blick auf die Natur direkt frevelhaft. 

Das Hafengebiet lässt sich schon heute im Bedarfsfall sichern, doch manche Anrainer hatten ihr Eigentum vor dem Hochwasser 2023 unzureichend gesichert. Auch heute sehe ich keine festen Installationen bei den Wassersportvereinen am Strandweg, die für das Montieren von Schotten im Notfall nötig sind. Dies sind Aufgaben für die Eigner, nicht für den Staat oder die Kommune.

Der dänische Geologe Prof. Morten Pejrup (1951–2023) veröffentlichte 2011 seine Forschungsresultate zum Thema Meeresspiegel in den dänischen Gewässern und sagte in einem Interview mit dem „Nordschleswiger“ 2020, dass der jährliche Anstieg von rund einem Millimeter hauptsächlich dem isostatischen Ausgleich geschuldet sei. Dies sind die Nachwehen der letzten Eiszeit, die große Teile der nördlichen Erdhalbkugel unter kilometerdicken Eisgletschern erdrückte.

In diesem Fall kann der Klimawandelalarm getrost abgeblasen werden.

Paul Sehstedt
Reberbanen
6200 Apenrade

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