Natur und Umwelt

Zwischen Acker und Auen: Tondern debattiert über die grüne Transformation

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Die Kommune hatte Vertreter der verschiedenen Interessengruppen auf die Bühne gebeten, um das Thema „Grüne Transformation“ aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu beleuchten.

Bei einer Klimakonferenz in Tondern wurde über die Zukunft der Natur- und Agrarflächen diskutiert. Dabei ging es nicht nur um neue Strategien für Klima- und Naturschutz, sondern auch um die Frage, wie Landwirtschaft, Energie, Artenvielfalt und der ländliche Raum künftig zusammengedacht werden können – am besten auf Augenhöhe, mit einer Tasse Kaffee in der Hand.

Wie soll das Landschaftsbild rund um Tondern in 10, 20 oder 50 Jahren aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer breit angelegten Konferenz zu „grøn trepart“ – der grünen Dreiparteienvereinbarung – die die Kommune Tondern gemeinsam mit der Lokalen Lokalen Trepartsgruppe (LLT) am 25. September ausrichtete. Fast 200 Menschen waren der Einladung gefolgt, um über neue Perspektiven in der Landnutzung zu diskutieren – darunter Landwirtinnen und Landwirte, Naturschützende, Verwaltungspersonal und junge Menschen aus Tonderns Jugend- und Kulturrat.

Die zentrale Herausforderung: Wie lässt sich das Ziel, mehr Flächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, mit den wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnissen der Region vereinbaren?

Landwirtschaft bleibt wichtig – aber anders

Die Tondernhalle war gut gefüllt.

Zu Beginn der Konferenz gab es Einblicke in nationale und internationale Entwicklungen: Bettina Helle Jensen von der dänischen Umweltbehörde erklärte, wie der Staat die Umsetzung der grünen Vereinbarung auf lokaler Ebene unterstützen will. Die Projektleiterin Helga Grønnegaard von der Organisation „Urland“ zeigte anhand von Beispielen aus Dänemark und England, wie Landschaften renaturiert und neu gedacht werden können. Sie betonte das große Potenzial in Tondern: „Die Tonderner Marsch ist ein ikonisches Naturgebiet in Dänemark – und wir haben viele Niedermoorflächen, auf denen Gras und Natur eine neue Rolle spielen können.“

Fachchef Lars Erik Skydsbjerg von der Kommune Tondern unterstrich, dass die Landwirtschaft trotz anstehender Flächenumwidmungen weiterhin ein zentraler Bestandteil der Region bleiben werde. „Wir benötigen eine übergreifende Flächenstrategie, die Trinkwasser, Wald, Landwirtschaft, erneuerbare Energien, Niedermoorgebiete und Naturschutz integriert – und das Ganze muss auf freiwilliger Basis geschehen“, sagte er. Ziel sei es, den Anteil geschützter Naturflächen von derzeit 14 auf 20 Prozent zu erhöhen.

Junge Stimmen am Diskussionstisch

Das ausgelegte Kartenmaterial wurde interessiert beäugt.

Ein besonderer Aspekt der Konferenz war die Zusammensetzung der Podiumsdiskussion: Vertreterinnen und Vertreter der dänischen Naturschutzorganisation „Dansk Naturfredningsforening“, der landwirtschaftlichen Interessenvertretung Spiras, der Kommune sowie des Jugend- und Kulturrats saßen gemeinsam am Tisch. Dabei wurde nicht nur über Flächenumwidmungen, sondern auch über Generationenfragen und Mitbestimmung debattiert.

Stadtratsabgeordneter Bo Jessen (Tønder Liste), Vorsitzender der Lokalen Lokalen Trepartsgruppe, betonte in seinem Schlusswort: „Wir stehen vor einem umfassenden Wandel unserer Landschaft. Heute haben wir die Tür für den Dialog geöffnet. Entscheidend wird sein, dass wir diesen Weg gemeinsam weitergehen.“

Nach den offiziellen Beiträgen wurde es informeller: An Dialogständen konnten die Teilnehmenden direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der Naturbehörde, der Kommune und der LLT ins Gespräch kommen. Dort wurde nicht nur über Fördermittel und Fristen gesprochen, sondern auch über ganz praktische Themen wie Hofnachfolge, nachhaltige Betriebsführung oder den Einstieg junger Landwirtinnen und Landwirte in die „grüne Wende“.

Landwirt Palle Dahlmann (l.) beim Sofa-Talk

In einem Sofa-Talk wurden der Landwirt Palle Dahlmann und der Klimaaktivist Lasse Weng-Ludvigsen interviewt – zwei Männer mit unterschiedlichem Hintergrund, aber ähnlichen Hoffnungen für die Zukunft. Ihr Dialog zeigte, dass es nicht nur eine, sondern viele Perspektiven auf die Landschaft von morgen gibt – und dass diese durchaus nebeneinander Platz haben können.