Natur und Umwelt

Wolfsangriff bei Abel bestätigt – Schafhalter kann Entschädigung beantragen

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Wolf
Ein Wolf hat bei Abel vier trächtige Schafe gerissen (Symbolfoto).

Nach dem Tod von vier Schafen nördlich von Tondern steht die Ursache nun fest: Ein Wolf hat die Tiere gerissen. Das berichten dänische Medien unter Berufung auf die Naturbehörde. Ob es sich um denselben Wolf handelt, der zuvor bei Jeising aktiv war, bleibt jedoch offen.

Nach dem Angriff auf vier Schafe bei Abel (Abild) nördlich von Tondern besteht nun kein Zweifel mehr an der Ursache: Ein Wolf hat die Tiere gerissen. Das berichtet „JydskeVestkysten“ unter Berufung auf die Naturbehörde.

Wie die Zeitung schreibt, wurde der Angriff von dem zuständigen Wolfsberater der Naturbehörde, Thomas Iversen, eindeutig als Wolfsriss eingestuft. Iversen hatte die vier getöteten Tiere persönlich begutachtet. Dabei wurden unter anderem Bissspuren sowie der Abstand zwischen den Eckzähnen untersucht. Auf dieser Grundlage ist bestätigt worden, dass es sich um einen Wolfsangriff handelt.

Noch kein Zusammenhang belegbar

Betroffen ist der Hobby-Schafhalter Jens Hansen aus Mögeltondern (Møgeltønder). Er hatte kurz vor dem Jahreswechsel festgestellt, dass vier seiner insgesamt 26 Schafe, die auf einer Winterweide bei Abel standen, fehlten. Zwei Tiere fand er unmittelbar – sie waren totgebissen. Ein weiteres Schaf war so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste. Das vierte trächtige Mutterschaf wurde erst einige Tage später tot in einem Graben entdeckt.

Jens Hansen vermutet laut „JydskeVestkysten“, dass es sich möglicherweise um denselben Wolf handelt, der wenige Tage zuvor ein Schaf im Gebiet von Jeising (Jejsing) gerissen hatte. Die Naturbehörde kann dies jedoch nicht mit Sicherheit bestätigen. Zwar ähnelten sich die Bissspuren, eine eindeutige Zuordnung sei aber nicht möglich.

Da die Behörden den Angriff nun eindeutig als Wolfsriss eingestuft haben, kann Jens Hansen Entschädigung nach den geltenden Regeln beantragen. Bei den getöteten Tieren handelte es sich um vier trächtige Mutterschafe. Nach den aktuellen Entschädigungssätzen ergibt sich pro Tier eine Zahlung von knapp 3.000 Kronen. Wäre die Ursache nicht eindeutig feststellbar gewesen, hätte zunächst das Ergebnis einer DNA-Analyse abgewartet werden müssen.

Umherstreifende Wölfe

Schafe auf einem Winterfeld (Symbolfoto)

Ob sich derzeit ein einzelner umherstreifender Wolf oder mehrere Tiere in der Region aufhalten, ist laut Wolfsberater Iversen unklar. Die Überwachung und Registrierung von Wölfen erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem Naturhistorischen Museum Aarhus und der Naturbehörde. Laut der aktuellen Wolfskarte gibt es derzeit keine registrierten, dauerhaft ansässigen Wölfe im unmittelbaren Umfeld von Abel.

Wie „JydskeVestkysten“ weiter berichtet, gibt es jedoch immer wieder Hinweise auf Wolfsbeobachtungen in der Region, unter anderem aus dem Raum Wiesby (Visby) sowie aus dem Gebiet um den Wald von Gallehuus (Gallehus). Der betroffene Schafhalter hat seine Herde inzwischen von der Weide bei Abel zurück auf seinen Hof in Mögeltondern geholt und prüft nach eigenen Angaben die Möglichkeit, ein wolfsicheres, mobiles Schutzgitter zu errichten.