Natur und Umwelt

Tønder Forsyning: Sauberes Trinkwasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe

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Noch können die Kinder in der Kommune Tondern sorglos Wasser aus dem Hahn trinken (Symbolfoto).

In fast der Hälfte aller aktiven Trinkwasserbrunnen der Kommune Tondern sind innerhalb der vergangenen fünf Jahre Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt worden. Die Versorgungsgesellschaft Tønder Forsyning erklärt, wie sie das Grundwasser schützen will und welche Rolle die Landwirtschaft dabei spielt.

Die jüngsten Zahlen zur Belastung des Grundwassers mit Pestiziden sorgen in ganz Dänemark für Aufsehen – auch in der Kommune Tondern. In 30 von 62 aktiven Trinkwasserbohrungen wurden innerhalb der vergangenen fünf Jahre Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Das entspricht einem Anteil von 48 Prozent.

Für die kommunale Versorgungsgesellschaft Tønder Forsyning A/S ist das ein klarer Handlungsauftrag: „Sauberes Trinkwasser ist eine Herzensangelegenheit – heute und in Zukunft. Leider ist es keine Selbstverständlichkeit mehr“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme.

Spritzmittelverbot rund um Wasserbohrungen

Zentrale Elemente der Schutzmaßnahmen sind die sogenannten „brunnennahen Schutzgebiete“ (dänisch: boringsnære beskyttelsesområder, kurz: BNBO). In diesen Zonen rund um die Trinkwasserquellen ist der Einsatz von Pestiziden und chemischen Mitteln verboten, da sie besonders schnell ins Grundwasser gelangen können. Die gesetzliche Grundlage dafür wurde in den vergangenen Jahren verschärft.

Seit 2021 befindet sich Tønder Forsyning in engem Austausch mit den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, häufig landwirtschaftliche Unternehmen. Zahlreiche Betriebe haben sich auf freiwillige Vereinbarungen eingelassen, um in diesen Bereichen auf Spritzmittel zu verzichten. Dafür erhalten sie in der Regel eine Entschädigung in Höhe von 60 Prozent des Marktwertes der betroffenen Flächen. In einigen Fällen bietet Tønder Forsyning auch den Ankauf der Grundstücke an.

„Die Flächen dürfen weiterhin bewirtschaftet werden – aber eben ohne Chemie“, betont der Versorger.

Zusammenarbeit als Schlüssel

Aus Sicht der Versorgungsgesellschaft kann der Schutz des Trinkwassers nicht allein Aufgabe der Wasserwerke sein: „Nur durch eine gemeinsame Anstrengung können wir sicherstellen, dass auch künftige Generationen frisches und sauberes Trinkwasser direkt aus dem Hahn bekommen.“

Einen umfassenden Überblick zur aktuellen Grundwasserproblematik in Nordschleswig – inklusive der Situation in den vier Kommunen – ist dem verlinkten Hintergrundartikel unserer Hauptredaktion zu entnehmen:
Pestizide in Nordschleswigs Trinkwasser: Fragen und Antworten