Landwirtschaft

Grøn Trepart: Wie Louise H. Riemann Landwirte unterstützt

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Louise H. Riemann ist Umwelt- und Naturberaterin beim LHN – und Udtagningskonsulent.

Vor einem Jahr hat Dänemark mit der Grøn Trepart den Kurs zu mehr Nachhaltigkeit eingeschlagen. Nun stehen Landwirtinnen und Landwirte vor der Aufgabe, die Umweltziele umzusetzen. Louise H. Riemann vom LHN hilft dabei.

Ein Jahr ist es her, da beschloss Dänemark, grüner zu werden. Bekannt ist die Vereinbarung unter dem Namen Grøn Trepart – obwohl mehr als drei Verhandlungsparteien beteiligt waren.

Mehr Biodiversität, weniger Stickstoffeintrag in die Auen und die Förden, um Sauerstoffschwund dort zu minimieren, und weniger CO₂-Ausstoß: Auf die Landwirtschaft im Königreich kommt einiges zu – genauer: auf die Frauen und Männer, die Landwirtschaft in Dänemark eigenverantwortlich betreiben, kommt einiges zu.

Damit der grüne Plan aufgeht, liegt der Ball also bei den Landwirtinnen und Landwirten. Deren Beratung übernimmt Louise H. Riemann. Sie ist Umwelt- und Naturberaterin beim Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN) in Tingleff (Tinglev) – und zudem Udtagningskonsulentin, also Ansprechpartnerin für Landwirte, die im Rahmen von Grøn Trepart Flächen aus der Bewirtschaftung nehmen möchten. Vor einiger Zeit informierte sie Interessierte in Gramm (Gram) über Möglichkeiten, eine Kollegin in Woyens (Vojens). 100 respektive 200 Teilnehmende waren vor Ort, wie Louise H. Riemann berichtet.

Kostenloser Service

Für die Arbeit als Udtagningskonsulentin wird Louise H. Riemann vom Staat bezahlt. „Für die Landwirte ist dieser Service kostenlos, und die Arbeit als Udtagningskonsulent ergänzt sich sehr gut mit meinen Aufgaben beim LHN“, sagt sie. Sie berät die landwirtschaftlichen Betriebe und erklärt, was auf sie zukommt und was sie machen können.

Grøn Trepart setzt zunächst auf Freiwilligkeit. Eine verschärfte Umweltgarantie tritt allerdings im Jahr 2027 in Kraft. Dann werden strengere Regeln für den Stickstoffeintrag der Landwirtschaft eingeführt – in den Gebieten, in denen die freiwilligen Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt haben. Es kann zu einem Verbot der Düngung oder zur Anordnung kommen, Flächen ungenutzt zu lassen.

Landwirtinnen und Landwirte kennen ihre Flächen

„Die Freiwilligkeit ist wichtig, die Landwirte kennen ihre Flächen am besten. Wir schlagen vor, was man machen kann. Das Wissen und die Erfahrung der Bauern vor Ort sind sehr wertvoll. Mini-Feuchtgebiete sind derzeit besonders gefragt – die können Landwirte ganz allein umsetzen. Größere Projekte sind nur mithilfe der Kommunen und der Naturbehörde möglich“, so Louise H. Riemann.

Ziel ist es, Dänemark aufzuforsten - 250.000 Hektar neuer Wald soll entstehen, was der Fläche der Inseln Lolland, Falster und Bornholm entspricht. 140.000 Hektar Niederungsflächen sollen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen werden, um den CO2-Eintrag zu minimieren. Um der Überdüngung und dem Sauerstoffmangel in den Förden zu begegnen, soll der Stickstoffeintrag reduziert werden. Da können Feuchtgebiete helfen.

Im Jahr 2030 sollen viele Ziele von Grøn Trepart erreicht sein. Wie kommt das bei den Landwirtinnen und Landwirten an? „Auf den Veranstaltungen treffen wir auf sehr interessierte Landwirtinnen und Landwirte. Es werden kritische Fragen gestellt, aber die Stimmung ist eher positiv, so mein Eindruck. Es gibt aber auch Menschen, die sich in all dem nicht wiederfinden“, fasst Louise H. Riemann ihre Erfahrungen zusammen.