Landwirtschaft

Dänisch-deutscher Milchgigant in Planung: Arla möchte mit DMK fusionieren

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Arla-Chef Peter Tuborgh sieht in der DMK Group die ideale Partnerin für Arla.

Dänemarks größte Molkerei plante eine Fusion mit Deutschlands größter Molkerei. Der genossenschaftliche Konzern hätte 12.000 Landwirtinnen und Landwirte als Eigentümer.

Europas größter genossenschaftlicher Molkereikonzern: Das wäre das Ergebnis, falls die Wettbewerbsbehörden die Fusion zwischen dem skandinavischen Arla und der deutschen DMK Group genehmigen.

Arla Foods mit Hauptsitz in Viby J. bei Aarhus schreibt in einer Pressemitteilung, dass die beiden Konzerne Werte teilen und sich ihre Stärken ergänzen würden.

„Unsere starken Positionen auf den Märkten und unsere Produktpaletten ergänzen sich ausgesprochen gut. Unsere enge Partnerschaft in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass die DMK Group die ideale Partnerin für Arla ist“, so Peter Tuborgh, Geschäftsführer (administrierende direktør) von Arla.

Der Milchgigant würde unter dem Namen Arla fortgeführt werden, und der Hauptsitz soll weiterhin in Viby J. liegen.

DMK bekommt Zugang zu neuen Märkten

„Durch Arlas globale Reichweite erreichen wir Kundinnen und Kunden jenseits unserer geografischen Reichweite“, so Ingo Müller, Geschäftsführer der DMK Group.

DMK verarbeitet 5,3 Milliarden Kilogramm Milch im Jahr. Bei Arla sind es 13,7 Milliarden Kilogramm. Der fusionierte kooperative Konzern hätte 12.000 Landwirtinnen und Landwirte als Eigentümer. Der Umsatz wäre 142 Milliarden Kronen (19 Milliarden Euro).

Arla und DMK arbeiten bereits in dem gemeinsamen Unternehmen Arnoco zusammen. Es produziert Proteine und Laktose auf der Grundlage von Molke aus der Käseproduktion.

Vertreterversammlungen müssen zustimmen

Die Fusion muss, wie erwähnt, von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Die Entscheidung wird voraussichtlich Ende dieses Jahres fallen.

Auch die Vertretendenversammlungen der beiden Genossenschaften müssen zustimmen. Dies wird voraussichtlich Ende Juni geschehen.

Arla ist seinerseits das Ergebnis eines Zusammenschlusses. Vor 25 Jahren fusionierte das dänische MD Foods mit dem schwedischen Arla. Der Konzern hat sich seither durch Aufkäufe auch in Großbritannien, Deutschland und den Beneluxländern etabliert. Er exportiert Milchprodukte nach Asien und in den Nahen Osten.

Das Kürzel DMK steht für Deutsches Milchkontor und ist ebenfalls aus einer Fusion entstanden. 2011 schlossen sich Nordmilch und Humana Milchindustrie zu Deutschlands größten Molkereikonzern zusammen.

Peter Tuborgh bleibt Geschäftsführer des neuen Konzerns. Ingo Müller wird geschäftsführende Vizepräsident (EVP). Der in Scherrebek (Skærbæk) ansässige Jan Toft Nørgaard bleibt Vorsitzender des Arla-Aufsichtsrates (bestyrelsesformand).