Kriminalität

Werkzeugdiebstähle nehmen zu – was man dagegen tun kann

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Von der Polizei sichergestellte Elektro-Werkzeuge (Archivfoto)

Die Fälle häufen sich: Teure Werkzeuge – vor allem Elektrowerkzeuge – werden gestohlen. Sie landen dann oft in den Kleinanzeigen von Gebrauchtwarenmärkten. Teilweise stehen organisierte Banden hinter den Diebstählen, die die Hehlerware dann ins Ausland schaffen. Es gibt jedoch Schutz.

Jüngst wurde die Scheibe eines geparkten Kleintransporters eingeschlagen. Der Transporter stand am Flensborglandevej in Tingleff. Der oder die Täter hatten es auf das Werkzeug abgesehen, das im Fahrzeug lag.

Jetzt wurden bei einem Einbruch in eine Garage in Apenrade ebenfalls hochwertige Elektrowerkzeuge entwendet.

Solche Meldungen sind kein Einzelfall – sie werden mehr. Polizei und Branchenverbände berichten über wiederkehrende Taten in Süddänemark und verweisen sowohl auf Einzeltäter als auch organisierte Gruppen.

Tendenz steigend

Wurden 2023 landesweit noch 3.873 Fälle gemeldet, bei denen Lieferwagen aufgebrochen und ausgeraubt wurden, lag ihre Zahl 2024 bei 4.540. Ein Anstieg um 17 Prozent, berichtet das Fachmagazin „Tekniq.dk“ auf Basis von Zahlen der Reichspolizei.

Meist handelt es sich bei dem Diebesgut um professionelle Elektrowerkzeuge, die teuer in der Anschaffung sind. Für die Täterinnen oder Täter lukrativ, denn auf dem Schwarzmarkt erzielen diese einen guten Preis.

Verkauf über anonyme Online-Plattformen

Viele Diebinnen und Diebe verkaufen Werkzeuge sehr schnell online über private Kleinanzeigen oder auf großen Plattformen — oft mit Fake-Profilen. Es sind dann oft Bündelangebote, sodass Rückverfolgung schwerfällt. Dieses „e-fencing“ ist ein bekanntes Problem, berichtet unter anderem das Branchenmagazin „Business Insider“.

Auch auf Flohmärkten werden die Hehlerwaren dann „Secondhand“ angeboten.

Organisierte Banden

Zudem gibt es organisierte Banden, die es speziell auf Werkzeuge abgesehen haben. Die Werkzeuge werden dann über die Grenze geschmuggelt und im Ausland schwarz verkauft. Die Polizei konnte schon von Verhaftungen ganzer Banden berichten.

Bester Rat: Vorsorgen und Mithelfen

Beweisen lässt es sich kaum, dass es sich um gestohlene Werkzeuge handelt. Es sei denn, diese sind besser gesichert. Für Handwerkerunternehmen gilt deshalb von den Branchenverbänden die Empfehlung, die Werkzeuge zu markieren und zu registrieren.

Erfolgreiche Rückführungen beruhen oft auf Seriennummern, digitalen Registrierungssystemen oder speziellen Markierungen. Sogenannte DNA-Markierungen haben sich als sehr erfolgreich erwiesen, wenn es um das Wiederfinden geht.

Die Polizei weist Handwerksunternehmen in Flyer-Kampagnen unter anderem darauf hin, Werkzeuge über Nacht aus dem Auto zu nehmen oder zumindest nicht offensichtlich liegen zu haben. Zudem werden Bürgerinnen und Bürger darauf hingewiesen, verdächtige Fahrzeuge – beispielsweise langsam fahrende Autos – bei der Polizei zu melden.