Blaulicht

Trickbetrüger erneut aktiv – Polizei warnt vor perfider Masche

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Fremden Personen sollte man nie die Geheimnummer der Kreditkarte aushändigen (Symbolfoto).

In dieser Woche haben dreiste Kriminelle erneut in Nordschleswig zugeschlagen. Die Polizei registrierte mehrere Fälle, bei denen insbesondere ältere Menschen Opfer wurden. Die Täter gaben sich als Bankmitarbeiter aus und erlangten so Bankkarten samt PIN.

Nachdem es zuletzt ruhig geblieben war, sind Trickbetrüger in dieser Woche wieder in Nordschleswig aktiv geworden. In Hadersleben (Haderslev) und Apenrade (Aabenraa) meldeten sich mehrere Geschädigte bei der Polizei.

Die Täter gingen dabei besonders raffiniert vor: Am Telefon gaben sie sich als Bankmitarbeiter aus und kündigten an, dass ein Kollege komme, um die Bankkarte samt PIN (persönliche Identifikationsnummer) entgegenzunehmen – angeblich, um größeren Schaden zu verhindern.

Diese Vorgehensweise sei derart überzeugend, dass die Betroffenen kaum merkten, in eine Falle zu tappen, heißt es vonseiten der Polizei. Erst im Nachhinein erkannten die Opfer, was geschehen war. Obwohl einige schnell ihre Karten sperren ließen, hatten die Täter in mindestens vier Fällen bereits erhebliche Summen an nahe gelegenen Geldautomaten abgehoben.

Die Polizei fahndet in Verbindung mit den jüngsten Fällen nach mindestens zwei Männern. Ein Täter wird als hellhäutig, sehr schlank und zwischen 1,90 und 2 Meter groß beschrieben. In einem anderen Fall berichtete ein Opfer von einem etwa 20- bis 30-jährigen dunkelhaarigen Mann mit Hemd und dunkler Hose. Beide sprachen akzentfreies Dänisch.

Lob für Apenraderin

Lob erhielt eine Frau aus dem Apenrader Birkevej, die sich zwar zunächst vom angeblichen Bankmitarbeiter am Telefon überzeugen ließ, dem vermeintlichen Kollegen an der Tür jedoch misstraute und ihm nicht öffnete. „Das war genau richtig“, sagt Polizeikommissar Chris Thorning Vesterdal vom Bezirksrevier in Sonderburg (Sønderborg).

Die Polizei rät:

  • Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen.
  • Die Tür nicht öffnen, wenn ein unbekannter „Bankmitarbeiter“ vor der Haustür steht.
  • Nie Bankkarten oder PINs an Dritte weitergeben.

Keine falsche Scham

Vizepolizeiinspektor Nikolaj Hølmkjær von der Polizei für Südjütland und Nordschleswig betont, dass etwaige Scham fehl am Platz sei, wenn man trotz aller Vorsicht Opfer eines solchen Trickbetrugs geworden ist. „Je schneller wir die Informationen erhalten, desto schneller können wir reagieren. Wenn Bürgerinnen oder Bürger sogar in der Lage sind, eine Personenbeschreibung, Angaben zu einem Fahrzeug oder andere Details weiterzugeben, verbessern sich unsere Möglichkeiten in den Ermittlungen. Das erhöht unsere Chancen, die Täter oder Täterinnen zu fassen und somit zu verhindern, dass weitere Personen auf ähnliche Weise betrogen werden.“

Er appelliert zudem: „Je mehr Betrügereien wir vereiteln können, desto besser. Sprechen Sie auch gerne mit älteren Menschen darüber, ihre Telefonnummer geheim zu halten, damit sie nicht von Betrügerinnen und Betrügern gefunden werden können.“

Die Polizei bittet alle Bürgerinnen und Bürger, verdächtige Vorfälle umgehend zu melden. Nur durch erhöhte Wachsamkeit und schnelle Reaktionen können weitere Betrugsfälle verhindert werden.