Kommunalpolitik

SP Apenrade sieht sich laut Umfrage auf Kurs – will aber mehr

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Erwin Andresen
Erwin Andresen lässt sich von dem Umfrageergebnis nicht den Schneid abkaufen. Er tritt mit vollem Elan in den Wahlkampf.

Eine aktuelle Epinion-Umfrage prognostiziert der Schleswigschen Partei in Apenrade zwei Mandate – und damit den Status quo. Spitzenkandidat Erwin Andresen hofft auf einen dritten Platz und damit auf eine starke Rolle bei der Konstituierung.

Eine aktuelle Umfrage des dänischen Analyseinstituts Epinion sieht die Schleswigsche Partei (SP) in der Kommune Apenrade bei etwa 6,7Prozent der Stimmen und damit bei einer Mandatszahl von zwei Sitzen.
„Das wäre Status quo“, stellt Spitzenkandidat ErwinAndresen fest. Damit hat die SP ihr Minimalzielklar definiert: die bisherigen zwei Mandate zu verteidigen – und idealerweise einen dritten Sitz im Stadtrat zu gewinnen. Mit drei Plätzen wäre die Position der SP besser als nur mit zweien.

Trotz dieser realistischen Zielsetzung bleibt Andresen dennoch ambitioniert. Wenn die SP dann bei der Konstituierung auch noch Zünglein an der Waage sein könnte, sehe er das auch als Lohn für die geleistete Arbeit der letzten vielen Jahre.
Allerdings relativiert er für eine fundierte Einschätzung der Umfrage das Ergebnis: „Wie zuverlässig diese Wahlumfrage zum jetzigen Zeitpunkt ist, … bei dem Parteienbild möchte die Grundlage doch als dünn bezeichnen“, sagt der SP-Spitzenkandidat und tut wohl auch gut daran, das Umfrageergebnis nicht überzubewerten. Schließlich gaben 49 Prozent der Befragten an, noch unentschlossen zu sein. Die Hälfte der Stimmen ist demnach noch im Spiel. „Wir nehmen die Umfrage natürlich ernst; sie schreckt uns nicht ab. Im Gegenteil: Wir gehen mit viel Elan den Wahlkampf und ziehen ihn wie geplant durch. Ich freue mich regelrecht auf die nächsten Wochen.“

Das dritte Mandat

Andresens Hoffnung auf ein drittes Mandat ist nicht ganz aus der Luft gegriffen. Die Epinion-Umfrage sieht drei Mandate für das Dreier-Wahlbündnis zwischen SP, den Moderaten und den Radikalen voraus. Das dritte Mandat würde derzeit den Moderaten zufallen. Für das lohnt es sich aber allemal zu kämpfen, findet Erwin Andresen.

Andresen blickt auf eine lange kommunalpolitische Laufbahn zurück – sechs Legislaturperioden hat er bereits in der Lokalpolitik aktiv mitgewirkt, davon eine in der damaligen Kommune Tingleff (Tinglev) und fünf in Apenrade. In diesem Wahlkampf geht er nicht nur erneut als Spitzenkandidat der SP an den Start, sondern präsentiert sich bei den Wahlveranstaltungen auch offensiv als Bürgermeisterkandidat. Zudem freut er sich über den generationenübergreifenden Zuspruch innerhalb seiner Kandidatenliste: „Ich finde, wir sind in diesem Jahr gut und breit aufgestellt, und haben auch ein paar junge Menschen für unser Team gewinnen können.“

Voller Vorfreude

In knapp vier Wochen bis zur Kommunalwahl will Andresen mit seinem Team nutzen: „Ich freue mich wirklich. Es ist eine schöne Herausforderung.“ Die SP geht somit mit realistischer Zielsetzung, aber zugleich mit kämpferischer Grundstimmung in die finale Phase des Wahlkampfs.

Die Epinion-Umfrage sagt einen Erdrutschsieg der Dänemarkdemokraten voraus, die es auf Anhieb auf sechs Mandate bringen werden, und damit genauso viele Sitze im Stadtrat erringen wie Venstre. Die sozialdemokratische Fraktion würde auf fünf Mandate reduziert werden. Bei den Wahlen vor vier Jahren entfielen noch neun Sitze auf die Partei mit der roten Rose im Logo.  

So soll die Umfrage gedeutet werden

Die Zahlen aus der Umfrage sind mit Vorsicht zu genießen. Dies liegt vor allem daran, dass fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler angibt, dass sie zwar wählen gehen, aber noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben werden.

Sie zeigt also ausschließlich den aktuellen Stand bei der Hälfte der Wählerschaft, und auch diese Hälfte kann ihre Meinung noch ändern. Die Parteien und Listen können somit im Wahlkampf noch etliche Stimmenanteile gewinnen und verlieren.

Hinzu kommt die statistische Unsicherheit, die in der Grafik abzulesen ist. Sie unterscheidet sich von Partei zu Partei. In Tondern (Tønder) liegt sie für die SP bei 3,9 Prozentpunkten. Der Wert für die Partei liegt somit zwischen 22,7 und 30,5 Prozent.

In Hadersleben (Haderslev) liegt die SP zwischen 0,7 und 3,3 Prozent, in Sonderburg (Sønderborg) zwischen 2,1 und 5,5 Prozent und in Apenrade (Aabenraa) zwischen 4,3 und 9,1 Prozent.

Diese Unsicherheiten bedeuten auch, dass die berechneten Mandatzahlen mit noch größerer Vorsicht zu genießen sind. „Der Nordschleswiger“ hat sie auf Grundlage der Umfrage mithilfe eines Rechners nach der D’Hondt-Methode berechnet. Die Wahlbündnisse sind in dieser Berechnung berücksichtigt.

Selbst kleine Verschiebungen bei den Prozentzahlen können zu einer anderen Mandatsverteilung führen.