Kommunalwahl

Inger Støjbergs Partei hat in Nordschleswig großen Zulauf

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Inger Støjberg beim Parteitag der Dänemarkdemokraten in Herning

Laut einer Umfrage können die Dänemarkdemokraten in den Kommunen im Landesteil ein starkes Ergebnis erzielen. In Apenrade liegen sie fast gleich auf mit der Sozialdemokratie. Die Partei tritt zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl an.

Aus dem Stand heraus 16 Prozent in der Kommune Apenrade (Aabenraa) für die Dänemarkdemokraten. Das zeigt eine Umfrage, die Epinion für „Dit valg. Vores Danmark“ durchgeführt hat – eine Initiative des „Constructive Institute“ in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Fonds.

Obwohl nur gut die Hälfte der Befragten sich entschieden hat, welcher Partei sie am 18. November ihre Stimme geben werden, ist die Tendenz in allen vier Kommunen eindeutig: Inger Støjbergs Partei ist in Nordschleswig populär.

Sollte das Wahlergebnis so ausfallen, wie in der Umfrage, würde die Partei laut einer Berechnung des „Nordschleswigers“ in der Kommune Apenrade sechs Mandate erhalten. Sie könnten allerdings das sechste Mandat nicht wahrnehmen, da sie lediglich fünf Personen aufgestellt haben.

Mehr Mandate als Kandidierende

Bei der Kommunalwahl vor vier Jahren existierte die Partei noch nicht, im Apenrader Stadtrat ist sie jedoch mittlerweile mit einem Mandat vertreten. Ida Smed ist im Januar dieses Jahres von der Dänischen Volkspartei zur Støjberg-Partei gewechselt.

In den anderen drei Kommunen Nordschleswigs liegen die Dänemarkdemokraten zwischen acht und zehn Prozent. Sollten sie auch bei der Wahl diese Ergebnisse erzielen, wären sie in allen drei Stadträten mit jeweils drei Mandaten vertreten.

Widerstand gegen Solarparks

Die Partei hat sich seit ihrer Gründung im Sommer 2022 nicht nur mit einer harten Ausländerpolitik profiliert. Sie hat sich auch als Verteidigerin des ländlichen Raums und der Randregionen dargestellt. Støjberg hat wiederholt gegen „die Kopenhagener Salons“ gewettert.  

Sie stellt sich auch gegen den Ausbau von Solaranlagen auf Ackerflächen – in der Sprache der Partei „Eisenfelder“ (jernmarker) genannt.

 

Auch die zweite rechte Partei, die Dänische Volkspartei, schneidet in der Umfrage in Nordschleswig gut ab. Kann sie dieses Ergebnis bei der Wahl wiederholen, würde sie an allen vier Kommunen deutlich zulegen.

In Sonderburg (Sønderborg) käme sie auf 6,3 Prozent, in Hadersleben (Haderslev) auf 7,2 Prozent, in Tondern auf 7,7 Prozent und in Apenrade auf 10,3 Prozent. Damit wäre sie mit zwei oder drei Mandaten in den Stadträten vertreten. 

So soll die Umfrage gedeutet werden

Die Zahlen aus der Umfrage sind mit Vorsicht zu genießen. Dies liegt vor allem daran, dass fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler angibt, dass sie zwar wählen gehen, aber noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben werden.

Sie zeigt also ausschließlich den aktuellen Stand bei der Hälfte der Wählerschaft, und auch diese Hälfte kann ihre Meinung noch ändern. Die Parteien und Listen können somit im Wahlkampf noch etliche Stimmenanteile gewinnen und verlieren.

Hinzu kommt die statistische Unsicherheit, die in der Grafik abzulesen ist. Sie unterscheidet sich von Partei zu Partei. In Tondern (Tønder) liegt sie für die SP bei 3,9 Prozentpunkten. Der Wert für die Partei liegt somit zwischen 22,7 und 30,5 Prozent.

In Hadersleben (Haderslev) liegt die SP zwischen 0,7 und 3,3 Prozent, in Sonderburg (Sønderborg) zwischen 2,1 und 5,5 Prozent und in Apenrade (Aabenraa) zwischen 4,3 und 9,1 Prozent.

Diese Unsicherheiten bedeuten auch, dass die berechneten Mandatzahlen mit noch größerer Vorsicht zu genießen sind. „Der Nordschleswiger“ hat sie auf Grundlage der Umfrage mithilfe eines Rechners nach der D’Hondt-Methode berechnet. Die Wahlbündnisse sind in dieser Berechnung berücksichtigt.

Selbst kleine Verschiebungen bei den Prozentzahlen können zu einer anderen Mandatsverteilung führen.